Arnold, Friedrich  
Anatomische und physiologische Untersuchungen über das Auge des Menschen — Heidelberg , Leipzig, 1832

Seite: IV
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genau zergliedert wurde, dqfs Injectionen auf verschiedene Weise benutzt wor-
den sind, um den wichtigen Antheil des Gefäfssystems an der Bildung des
Auges zu ermitteln, daß sich ferner nicht Wenige bemüht haben, durch ver-
gleichend-anatomische Untersuchungen die Lehre vom Sehorgan aufzuhellen,
und endlich, dafs man selbst chemische Mittel nicht unversucht gelassen hat,
um über die Natur von diesem und jenem Gebilde mehr ins Meine zu kommen.

Auf der anderen Seite müssen wir es uns aber offen gestehen, dafs die
Bildungsgeschichte den Aufschlufs noch nicht gegeben hat, den wir von ihr zu
erwarten berechtigt sind; denn wenn gleich hier manche schöne und wichtige
Thatsache vorliegt, so findet sich doch auch Vieles in dieser Hinsicht noch zu
sehr im Dunkeln, als dafs man einen allseitigen Nutzen aus dieser Lehre ziehen
könnte. — Zweitens hat man es seither allzusehr vernachläfsigt, durch mikro-
skopische Untersuchungen Aufhellung zu verschaffen. Es existiren nur wenige
Beobachtungen der Art, und diese sind gröfstentheils unbestimmt und unver-
läfsig. Und gerade hier sind wir berechtigt bei umsichtiger und behutsamer
Anwendung Resultate zu erwarten, die über den Bau einzelner Theile des
Auges mehr Aufschlufs und Licht geben, als wir bei anderen Methoden er-
halten haben.

Nächster Zweck dieser Schrift ist, dasjenige mitzutheilen, was den Ver-
fasser zahlreiche Beobachtungen über die Bildungsweise des Augapfels und
seiner Theile, sowie die mit gröfster Vorsicht angestellten mikroskopischen
Forschungen gelehrt haben. Andere Methoden und Hülfsmittel wurden bei diesen
Untersuchungen über das Auge nie aufser Acht gelassen, und solche immer,
wenn es zweckmäfsig schien, in Anwendung gebracht, zunächst nicht um
durch sie neue Resultate zu erlangen, sondern hauptsächlich, um die Angaben
Anderer zu prüfen.

Ich bin überzeugt, dqfs Viele gegen die vorliegenden Beobachtungen
Mifstrauen hegen werden, und diefs besonders defswegen, weil sie einem grqfsen
Theil nach unter dem Mikroskop gemacht wurden, und Manche gegen mikro-
skopische Untersuchungen in einem solchen Grade eingenommen sind, dafs sie
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