Arnold, Friedrich  
Anatomische und physiologische Untersuchungen über das Auge des Menschen — Heidelberg , Leipzig, 1832

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bezeichnet hat. Hierher gehören das Gefäfsgewebe, 9as Gewebe der Lederhaut,
der Schleimhaut und der Drüsen, welche alle keine besondere Gewebe sind,
sondern als aus dem Zusammenflufs einzelner hervorgegangene Gebilde betrachtet
werden müssen. — Stellen wir diesen Grundsätzen gemäfs die einzelnen Gewebe
auf, aber so dafs die Gegensätze, welche sie bilden, und die näheren oder fer-
neren Beziehungen, die sie zu einander haben, berücksichtigt werden; so erhalten
wir folgenden, mit Rudolphi's Ansicht am meisten übereinstimmenden, höchst
einfachen Entwurf, aus dem man auf eine naturgemäfse Weise die Lehre von
den Geweben entwickeln kann, und wodurch man in den Stand gesetzt ist nach-
zuweisen, wie sie in der und jener Verbindung zusammentreten, um die einzelnen
Systeme und Organe des Körpers zusammenzusetzen und in deren Bildung ein-
zugehen.

Zellgewebe

Seröses G. Fibröses G.

Muskelgew. Nervengew.

Knorpelgew. Knochengew.

Horngewebe.

Der Zweck dieser Schrift gestattet uns nicht, in eine weitere Auseinander-
setzung dieser höchst wichtigen Materie einzugehen, sondern wir müssen es für
jetzt dabei beruhen lassen, das wichtige Resultat erhalten zu haben, dafs das
Zellgewebe, welches an der Bildung der Theile.des Augapfels einen mehr oder
weniger wichtigen, immerhin aber nicht geringen Antheil nimmt, eine weiche,-
zähe, dem Eiweifs ähnliche Masse ist, welche von zahlreichen, zu Netzen sich
verbindenden Kanälen durchzogen wird und aufserdem eine nicht geringe Menge von
Zellen und Räumen in sich schliefst, welche Fett, Serum u. dgl. enthalten, dafs
zweitens dieses Gewebe sich nach der Bestimmung und Beziehung der Theile in
gewisse andere Gewebe und Gebilde umwandelt, entweder dadurch, dafs alle
Blutgefäfse aus ihm zurücktreten, oder diese das Uebergewicht erhalten, oder
dafs die einzelnen Netze Ton Lymphgefäfsen fester und dichter werden und nur
mit wenigen Blutgefäfsen versehen sind.

Hl
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