Arnold, Friedrich  
Anatomische und physiologische Untersuchungen über das Auge des Menschen — Heidelberg , Leipzig, 1832

Seite: 70
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an ligamenta ciliaria ullo modo aliquid facere possint ad mutandam lentis a rctiua
distantiam, quae mihi potius ab ipsa mechanica necessiiate orta fuisse videntur. Ubi enim
omnis illa choroideae pars, quae oculi circulum maximum intus succingit, nunc accedit
ad circum vestiendum lentis crystallinae marginem, circulum nempe circulo maximo oculi
tanto minorem, illae certe choroideae pars in spatium illud tanto minus redigi non potest,
quin facies choroideae interna per oculi circulum maximum explicata sensim in plicas con-
trahatur, eo majores, quo propius ad axin oculi, ad circulum nempe minorem, accedit.
Nee vasa ligamentorum ciliarium vix intumescere posse videntur, quin simul omnia vasa
faciei internae choroideae intumescant; quo autem mechanismo illud contingere possit, vix
video. — Illius tarnen choroideae in ligamenta ciliaria produetionis prineeps esse videtur
utilitas, ut humori vitreo limites figat, et simul impediat, quo minus radii lucis ad retinam
pervenire possint, nisi qui per lentem fuerint trajeeti.

VI. Regenbogenhaut, iris.

Der Bau der Regenbogenhaut ist in mehrerer Hinsicht gut gekannt; besonders aber
verdanken wir den bisherigen Bemühungen der Anatomen eine genaue und richtige
Kenntnifs der Gefäfse dieser Membran. Es ist mir öfters geglückt, durch Injection mit
Zinnober die feinsten Gefäfse der Regenbogenhaut sichtbar zu machen, und ich fand
hierbei die Anordnung derselben so ziemlich übereinstimmend mit den Beschreibungen und
Darstellungen, welche uns von mehreren geschickten Zergliederern, namentlich Sommer-
jung , Mascagni und Jacob gegeben wurden.

Um die Insertion der Blendungs-Veuen in den venösen Kreis der Regenbogenhaut, wovon
wir schon früher gesprochen haben, deutlich zu zeigen, liefs ich in der neunten Figur
die Gefäfse der Iris, wie sie sich mir nach einer gelungenen Injection darstellten, ver-
gröfsert zeichnen, wodurch nicht allein ein anschauliches Bild von dem Zusammenhang
dieser Gefäfse mit jenem Sinus, sondern auch eine treue Nachbildung der Anordnung
derselben verschafft wurde.

Die Blendung ist, wie die Aderhaut, eine einfache Membran, und kann nur wider-
natürlich in zwei Schichten, eine vordere (Iris) und eine hintere (Uvea) zerlegt werden.
Hier gilt ganz dasselbe, was wir über diesen Punkt bei der Chorioidea gesagt haben.

Wir betrachten die Iris als eine eigenthümliche Haut und nicht als eine Fortsetzung
der Chorioidea. Zinn hat die Gründe auseinandergesetzt, welche zu dieser Ansicht
bestimmen und die meisten Anatomen neuerer Zeit sind seiner Meinung beigetreten. Unter
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