Arnold, Friedrich  
Anatomische und physiologische Untersuchungen über das Auge des Menschen — Heidelberg , Leipzig, 1832

Seite: 77
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/arnold1832/0085
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
TT -

sie beim Uebergang in deren Substanz? — So viel ich weifs, besitzen wir keine zuverläfsige
und genaue Beobachtungen über die Anordnung der Nerven in der Iris; dennZnra's*) und
Mascagni's **) Abbildungen, denen zufolge die Ciliar-Nervea durch das ligaraentum ciliare
auf der vorderen Fläche der Iris eine Strecke weit verfolgt werden können, sind durch
die Beobachtungen von Andern noch nicht als richtig befunden worden, und die
Behauptung von dem ältereren Meckei,, dafs diese Nerven an der Iris weifse zusain-
menstrahlende Fasern bilden, in deren Verlauf rundliche Anschwellungen vorkämen,
scheint mehr auf einer Vermulhung als bestimmten Beobachtung zu beruhen. — An dem
Auge des Narhwal, bei dem die Ciliar-Nerven auf der Iris ganz unbedeckt liegen, hat
Treviranus 6e) die interessante Beobachtung gemacht, dafs diese geschlängelt und
strahlenförmig nach der Pupille hin convergiren, sich in ihren eisten Zweigen hin und wieder
mit einander verbinden und an einigen der Verbindungsstellen knotenartige Anschwel-
lungen machen; die letzten Zweige aber verlaufen insgesammt, ohne sich zu verzweigen
und ohne anzuschwellen. Beim rauhbeinigen Falken bilden nach demselben Beobachter
die Ciliar-Nerven um den hinteren Rand der Iris ein Geflecht von querlaufenden, mit
einander auastomosirenden Nervenzweigen ohne Knoten, und die letzten daraus entsprin-
genden Fasern dringen in die Substanz der Iris. \

Um das Verhalten der Ciliar-Nerven in der Iris auszumitteln, versuchte ich vorerst,
sie an frischen Augen in diese Membran zu verfolgen. An Thieraugen, namentlich
beim Hund, ging diefs sehr gut von statten, und es gelang mir, diese Nerven in der
Substanz der Iris bis fast zum Pupillar-Rand darzustellen. In dem Strahlenband
theilten sich die Ciliar-Nerven in kleinere Aeste und diese verliefen alsdann in der Iris
geschlängelt, aber ohne Knoten zu bilden oder durch Zweige sich mit einander zu verbinden.
Allein beim Menschen wollte es mir niemals wie Zinn, so oft ich auch den Versuch
anstellte, glücken, durch das Ciliar-Band bis in die Regenbogenhaut die Nerven zu
erkennen; denn in diesem Band wurden sie so weich, dafs es mir völlig unmöglich
ward, sie weiter zu verfolgen, und es kam mir jedesmal vor, wie wenn sie sich in
diesem Ring aus Zellgewebe auflösten. In der Iris selbst sah ich zwar öfters, wie
Zinn, weifsliche Fäden, die in ihrer Lage den Stämmchen der Ciliar-Nerven am äufseren
Rand des Strahlenbandes entsprachen; allein da mir der Zusammenhang fehlte, so stand
ich an, sie für die Fortsetzung jeuer zu halten. Nicht glücklicher war ich bei meinen
mikroskopischen Untersuchungen; denn auch hierbei sah ich zwar weifsliche Fäden
die sich in mehrerer Hinsicht als Nervenfäden charakterisirten, aber einen Zusammen-
hang mit den Stämmchen jener Nerven konnte ich gleichfalls nicht wahrnehmen. Erst

*) Tal». IV. fig. 1.

'*) A. a. O. Tal>. XIV. fig. 2.

6fi) Beiträge. S.78.
loading ...