Arnold, Friedrich  
Anatomische und physiologische Untersuchungen über das Auge des Menschen — Heidelberg , Leipzig, 1832

Seite: 166
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rückgeschlagen, und derselbe mit seinen Theilen etwas vergröfsert gezeichnet.
Man sieht hier zwischen der Hornhaut und der Sclerotica den venösen Kreis der
Iris, in den sich einige Blendungs-Venen inseriren. In der Aderhaut sind die vasa
vorticosa deutlich; auf ihr liegen die zwei langen arteriae ciliares , welche an dem
äufseren Rand der Blendung einen Kreis bilden. In dem Strahlenband ein sehr
schönes Netz von Blutgefäfsen. Die Arterien und Venen der Iris sind leicht zu
unterscheiden, und die beiden Pulsaderkreise in ihrem Charakter treu gegeben.

Zweite TafeL

Fig. 1. Ein Stückchen der Iris, welche nicht injicirt war und von Pigment gehörig
gereinigt wurde, bei schwacher Vergrößerung unter dem Mikroskop betrachtet.
Der zellgewebige Bau in dem greiseren äufseren Theil a) der Blendung ist sehr
deutlich; b) der Ring am Pupillar - Rande. Durch die zellstoffige Substanz der
Regenbogenhaut sieht man mehrere, nicht gefüllte Gefäfsstämmchen vom äufseren
nach dem inneren Rande geschlängelt verlaufen.

Fig. 2. Die Nerven der Iris. Die Hornhaut ist mit dem vorderen Theil der Scle-
rotica entfernt. Man sieht die Aderhaut, das Strahlenband und die Blendung von
vorn. Die Zahl und Gröfse der einzelnen Blendungsnerven wurde ganz genau nach
einem vorliegenden Präparat von einem weiblichen Auge gegeben; und eben so
treu die Art, wie sie sich am Strahlenband theilen, durch dasselbe gehen und
geschlängelt in der Regenbogenhaut verlaufen, bezeichnet. An einigen Stellen
wurden Stückchen vom Strahlenband mit der Nadel weggenommen, um den Ver-
lauf durch dasselbe klar zu erkennen, und man sieht, dafs sich die nervuli ciliares
auch in ihm wiederum in feinere Aestchen von nicht gleicher Gröfse theilen.

Fig. 3. Ciliar-Theil der Nervenhaut, a) Anfang; b) mittlerer Theil desselben;
c) Ende; einzelne Fortsätze des Flockenkranzes.

Fig. 4. Strahlenblättchen. a) Aeufserer wellenförmig gezahnter Rand; h) Fort-
sätze desselben.

Fig. 5. Glaskörper mit seinen Blutgefäfsen von der Seite, von einem Fötus
aus dem 4ten Monat, a) Glaskörper; b) Linse mit ihrer Kapsel; c) ein Aestchen
der Central-Schlagader des Auges. Man sieht hier sowohl auf der Oberfläche
als auch im Innern, in dem canalis hyaloideus, die Gefäfse des corpus vitreum,
welche alle mit Blut gefüllt waren und unter dem Mikroskop den herrlichsten
Anblick gewährten.

Fig. 6. Der Glaskörper und die Linse mit ihrer Kapsel von vorn, aus dem-
selben Fötus. — Die Blutgefäfse des Glaskörpers bilden mit einander Netze und
sammeln sich um die Linsenkapsel herum in einem Kreis, aus dem mehrere Stämm-
chen zur vorderen Wand derselben gehen. Man sieht hier gerade denjenigen Theil
der Hyaloidea, welcher das Strahlenblättchen genannt wird. Unter den Blutge-
fäfsen der Krystallkapsel erblickt man in dieser ein sehr feines Netz von Saugadern.

Fig. 7. Ein Stückchen der hinteren Wand der Linsenkapsel aus diesem Auge
mit ihren Blutgefäfsen bei 100 maliger Vergröfserung unter dem Mikroskop gezeichnet.

Fig. 8. Die Linse von demselben Fötus, von vorn betrachtet. Man sieht hier be-
sonders die drei Bögen, welche die Saugadern der Linse mit einander bilden und
den gegenseitigen Uebergang derselben.
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