Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 17
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beider Canülen erstens einen sehr geringen Werth, da es ziemlich gleich-
gültig ist, ob die Canüle aussen etwas über die Bauchdecke hervor-
ragt oder sich mit ihrer äusseren Platte dicht an diese anschliesst,
und zweitens kann derselbe dadurch in etwas ausgeglichen werden,
dass man sich einige Canülen von verschiedener Länge für Thiere
von verschiedener Grösse und Stärke hält.

Zum Verschluss der Röhre gebrauchte Blondlot einen Lein-
wandpropf, Bardeleben, Bidder und Schmidt, sowie Bernard
einen Kork. Ich nehme hierzu einen Stöpsel von Neusilber, der
durch einen Haken an die äussere Platte der Canüle fest angeschlossen
werden kann. (Fig. 1 der 1. Taf.) Er ist in folgender Weise
eingerichtet: eine dünne Platte, deren Grösse dem Umfang des vor-
springenden Randes am äusseren Ende der Canüle entspricht, trägt
an ihrer inneren Fläche einen im Innern hohlen, der Länge und
Weite der Röhre der Canüle entsprechenden, am inneren Ende ge-
schlossenen Vorsprung, der die ganze Röhre so verschliesst, dass
vom Mageninhalt nichts in dieselbe treten kann, wenn der Stöpsel
in die Canüle eingeführt ist. An der äusseren Fläche der Platte
ist ein Haken von Neusilber in der Weise beweglich befestigt, dass sein
hakenförmiges Ende dem Rand der Platte genähert und von ihm entfernt
werden kann. In ersterem Falle umschliesst der Ilaken nicht blos
den Rand der Platte, an der er sitzt, sondern auch den vorspringen-
den Rand am äusseren Ende der Canüle und hält beide so fest zu-
sammen, dass nur. wenn der Haken geöffnet ist, der Stöpsel ausgezogen
werden kann. Diese Art des Verschlusses ist eine sichere und bequeme;
sie hat sich dei allen meinen Versuchen so bewährt, dass ich bei
den Hunden mit Magenflsteln in Zeiten. in denen ich sie zu Ver-
suchen nicht verwende, nie nachzusehen brauche, ob die Canüle noch
geschlossen ist, und dass ich ihnen, sobald sie an die Anstaltsich
gewöhnt haben, überall hin freien Lauf gestatten darf.

Der zum Auffangen des Magensafts oder Chymificats bestimmte
Apparat , Avelcher nach Entfernung des Stöpsels in die Canüle gelegt und
an sie befestigt werden kann, besteht erstens aus einer Röhre von Neu-
silber und zweitens aus einem elastischen Schlauch. (Taf. I, Fig. 2 u.3.)

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