Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 18
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Die Röhre ist an ihrem inneren Ende, welches in die Magenhöhle
hineinragt, mit vielen feinen Oeffnungen verseilen, d. h. siebförmig
durchbrochen; an ihrem äusseren ans der Canüle hervorragenden
Ende besitzt sie zwei, 8 Mm. voneinander stehende und 8 Min.
vorspringende Ränder. Der eine derselben hat den Umlang des
Rands am äusseren Ende der Canüle, welche sich in der Fistel-
öffirang befindet, und ist gleich der Platte am Stöpsel mit einein
Haken versehen, um den Apparat an der Canüle zu befestigen.
Der andere Rand ist bestimmt, den Schlauch zu (ragen, welcher mit
seinem einen Ende um denselben gelegt und, wenn es nöthig ist,
durch einen Faden befestigt wird. Die Röhre, welche in die Canüle
geschoben wird, entspricht genau dem Lumen der letzteren, ist
aber um 22 Mm. länger, damit durch das innere durchlöcherte und
in die Magenhöhle vorragende Ende das Chymificat oder der Magen-
saft in die Röhre und von dieser in den Schlauch abfliessen kann.
Zum Rehuf der bequemeren Reinigung lässt sich die Röhre in zwei
Stücke zerlegen , die durch eine Feder zusammengehalten werden.
(Siehe Taf. I, Fig. 3.)

Der elastische Schlauch, welcher an dem einen Ende um den
zweiten vorspringenden Rand der Röhre gestülpt und an dein anderen
durch einen Kork verschlossen wird, hat eine Länge von 10— 11
Ctm. und eine Weite von 14 — 16 Mm. im Durchmesser. Das
obere Ende bedarf keiner weiteren Befestigung, wenn der Schlauch
im Vcrhältniss zum Durchmesser des vorspringenden Randes der
Röhre nicht zu weit ist, da er sich dann fest um diesen anschliesst.
Das Abzapfen des Cliymificats oder Magensafts geschieht, wie sich
von selbst versteht, auf die Weise, dass man den Inhalt des Sehlauchs
nach Entfernung des Korks in ein untergestelltes Gefäss abfliesen
lässt.

Mit Hülfe dieses Apparats kann man ohne besonderen Zeit-
aufwand und ohne Mühe die Veränderungen der einem Thiere
gebotenen Nahrungsmittel von einer viertel Stunde zur anderen, von
einer halben Stunde zur anderen, oder von einer Stunde zur anderen
verfolgen. Sollten während eines Versuchs die OeJfnungen am inneren
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