Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 22
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3) Zwei Recipiente für die Zuleitung des electrischen
Reizes in den luftverdünnten Raum,
Taf. II, Fig. 1 u. 2.

Um das Verhalten der Muskeln im luftverdünnten Raum gegen
den electrischen und auch den mechanischen Reiz zu prüfen, d. h.
um zu ermitteln , ob die Muskeln, wenn sie im luftleeren Räume
sich zu contrahiren aufhören, durch einen electrischen oder mechani-
schen Reiz wieder zu Contractionen bestimmt werden, vermisste
ich einen bequemen und geeigneten Apparat; die Vorrichtungen,
deren man sich bis jetzt bediente, schienen mir weder zweckmässig,
noch zureichend für eine ganz bestimmte Beantwortung der Frage,
ob die Irritabilität der Muskeln im luftverdünnten Räume fortdauert.
Der Grund davon, dass diese Frage bisher so verschieden und
selbst entgegengesetzt beantwortet wurde, liegt nach meiner Ueber-
zeugung zum grossen Theil in der Unvollkommenheit der Vorrichtung,
deren man sich zur Untersuchung des Verhaltens der Muskeln im
luftleeren Raum gegen den electrischen und mechanischen Reiz
bediente.

Tiedeinann *-~) prüfte das Verhalten des Froschherzens unter
deniRecipient.cn der Luftpumpe nicht gegen den electrischen, sondern
nur gegen den mechanischen Reiz, und diess, indem er das zur Rulle
gekommene Herz gegen eine am Boden des Recipienten befestigte
Nadel bewegte, worauf keine Contraction erfolgte.

Valentin **) suchte meines Wissens zuerst die Einwirkung des
electrischen Reizes im luftverdünnten Räume auf Froschpräparate
kennen zu lernen. Er bediente sich dazu bei kleineren Theilen
einer cylindrischen Glasröhre, die an dem einen Ende mit einem
Zapfen, durch den zwei, an ihrer Spitze hakenförmig umgebogene
Metalldrähte geführt waren, luftdicht verschlossen, das andere
aber mit einer Handluitpumpe luftdicht verbunden wurde. Wollte

*) Fr. Tiedemann in Müller's Archiv für Physiologie 1847. S. 493.
**) Valentin, Lehrbuch der Physiologie, 2. Aufl. B. II, S. 92.
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