Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 26
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wollte, gebrauchte er zwei ganz offene und gegen ihr oberes Ende
kugelförmig erweiterte Röhren, weiche oben mittelst Kautschuk
mit einer horizontalen Röhre verbunden wurden, in deren Mitte ein
Gypspflock von 0.2 Zoll Dicke sich befand. Die beiden Röhren
wurden in zwei getrennte Gefässe mit Wasser gestellt und mit den
genannten Gasen gefüllt, deren Diffusion gegen einander durch die
Gypsmasse erfolgte.

lieber die Diffusion zweier abgeschlossenen Gase gegen einander
durch eine Scheidewand , hat Mitchell *~) in Philadelphia schon
vor Graham Versuche angestellt, bei denen er sich einer Uförmigen
Röhre mit einem langen und kurzen Arm bediente. Der letztere,
welcher trichterförmig erweitert und durch Ueberbindung einer dünnen
Membran von Kautschuk verschlossen war. enthielt atmosphärische
Luft und in dem längeren Arm befand sich Quecksilber. Die Röhre
wurde darauf mit ihrem gebogenen Theile in das Quecksilber einer
pneumatischen Wanne gesteckt und ihre mit Kautschuk verschlossene
Mündung unter eine Glocke gebracht, die ein anderes Gas enthielt.
Es zeigte sich ein Steigen des Quecksilbers im längeren Arm der
Röhre, welches zuletzt die Höhe von 33" erreicht haben soll. Bei
den Versuchen von Mitchell wurde der Druck der Gase zu beiden
Seiten der Scheidewand nicht gleich gehalten, wie diess bei den
C??-tf//a?/<'schcn Versuchen der Fall war.

Da das Graham sehe Instrument nur für den Fall benutzt werden
kann, wo die atmosphärische Luft als äusseres Gas angewendet
wird, da ferner der Apparat, den Graham bei einem Versuche für
die Diffusion zweier abgeschlossenen Gase gegen einander gebrauchte,
nicht geeignet ist, sicher, rasch und becpiem zu arbeiten, da endlich
bei der Vorrichtung von Mitchell die Druckdifferenzen, die bei der
Diffusion zweier Gase durch eine Scheidewand in ungleichen Mengen
entstellen, nofhwendig störend auf die Diffusion einwirken, so Hess
ich es mir angelegen sein, einen Apparat zu construiren, mittelst
dessen man die Dilfusionsverhältnisse der Gase studiren kann, wenn

*} a. d. 0. S. 334.
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