Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 32
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/arnold1858/0040
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
32

erfolgt , theils um die Salzmenge zu bestimmen, welche von einem statio-
nären Diffusionsstrom während einer Zeiteinheit durch die Ouerschnitts-
einheit je nach der Temperatur befördert wird, gebrauchte A. Fiele *)
folgende Vorrichtung: Es wurden oben und unten offene Gefässe
(Cylinder) von gleichem Durchmesser, aber verschiedener Länge
mit dem einen Ende in ein anderes Gefäss, das mit Kochsalz ganz
angefüllt war (Salzreser.voir), eingekittet, hierauf erstere mit Was-
ser oder beliebig dichter Salzlösung gefüllt und dann das Ganze in
einen grossen Behälter mit Wasser gestellt. Der Apparat wurde
wochenlang sich selbst überlassen und nur von Zeit zu Zeit das
Wasser in dem äusseren Bebälter erneuert. Nach hinreichend langer
Zeit wurden die Salzmengen untersucht, welche aus jeder der
Cylinder in die äussere Flüssigkeit diffundirt waren, und zwar durch
Abheben, Eindampfen und Fällen mit einer titrirten Silberlösung.

Zur Bestimmung der Diffusionserscheinungen von Salzgemengen,
d. i. zweier in einer Flüssigkeit gelösten Salze in Wasser , benutzte
Ludwig**) einen Glascylinder, dessen mit einem Kork verschlossener
Boden von einer an dem einen Ende Uförmig gebogenen Glasröhre
durchbrochen war, weiche mit capillarer Oeffnung im oberen Niveau
des Korks innerhalb des Cylinders mündete. Ausserdem liefen durch
den Kork noch mehrere Röhren, die im Cylinder bis zu einem
bekannten Abstand vom Boden aufstiegen und deren ausserhalb des
Cylinders liegendes Ende ausgezogen und zugeschmolzen war. Der
Cylinder wird von oben mit Wasser gefüllt und dann wird in die
Uförmig gebogene Röhre aus einer Pipette mit capillarer Oeffnung
eine Lösung von zwei Salzen in gleicher Menge eingelassen. Das
Lösungsgemenge soll das Wasser, ohne sich mit ihm zu mischen,
heben. Mau überlässt nun die Flüssigkeit in einem geschützten
Räume von möglichst constanter Temperatur der Diffusion. Nach
einer bestimmten Zeit werden die Spitzen der Röhren nach einander,
zuerst der längsten und zuletzt der kürzesten Röhre, vorsichtig ab-

*) A. Fiele über Diffusion, in Pogg. Annalen 1855. B, 94, S. 5i).

**) C, Ludwig, Lehrbuch der Physiologie des Menschen 1852, B, I, S. 58.
loading ...