Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 51
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phärische Luft, wenn sie mit einander in unmittelbare Be-
rührung kommen, den Ort wechseln selbst gegen das Gesetz
der Schwere und sich gleichförmig mengen (ße?77<,o//e/'sches
Experiment);

2) dass zwei in ihrem specilischen Gewichte ungleichartige Gase,
z. B. Wasserstoff und atmosphärische Luft, mit ungleicher
Geschwindigkeit, das leichtere schneller als das schwerere,
in einander durch eine trockene Scheidewand dilfundiren und
sich hierbei umgekehrt wie die Quadratwurzeln aus den Dich-
tigkeiten verhalten QGrakamscher Versuch);

3) dass dagegen bei einer feuchten Scheidewand (einer feuchten
thierischen Membran) die Diffnsionsgeschwindigkeit von der
Feuchtigkeit in der Membran abhängt , und dass daher Gase,
welche von Wasser lebhaft absorbirt werden, selbst wenn sie
speeifisch schwerer sind, weit rascher diffundiren, als jene
Gase, die speeifisch leichter sind, aber von Wasser entweder nicht
oder nur in geringer Menge absorbirt werden, wie diess
zwischen Kohlensäure und Wasserstoff, Kohlensäure und
atmosphärischer Luft, wenn sie durch eine leuchte Haut ge-
trennt werden, der Fall ist:

Anmerkung. Zur Erläuterung dieses Satzes wurden mehrere
Versuche erstens mit dem oben beschriebenen Difl'usionsapparat für
Gase, und zweitens mit Kaninchen- oder Froschblasen vorgenommen.
Eine mit Wasserstoll' gefüllte Froschblase dehnte sich in einer Kohlen-
säureatmosphäre rasch aus und zersprang, eine mit Wasserstoff ge-
füllte Kaninchenblase nahm in Kohlensäure um das Doppelte in ihrem
Umfange zu. Dagegen sanken Kaninchen- und Froschblase , mit Kohlen-
säure gefüllt, in einer WasserstofTatmosphäre zusammen.

4) dass die Diffusion der Gase, wie namentlich der Kohlensäure,
durch eine feuchte Scheidewand gegen den hydrostatischen
Druck erfolgt und zwar in dem Grade, dass in einer mit
Kohlensäure gefüllten, oben mit einer feuchten Membran ge-
schlossenen und hier mit der atmosphärischen Luft in Berührung
stehenden Glasröhre das Quecksilber 30 — 32 Ctm. hoch
gehoben wird.

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