Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 53
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Erscheinungen nicht oder erst nach einiger Zeit eintreten,
während sie an einem vor mehreren Stunden getödteten Frosche
sogleich erfolgen;

13) dass nur zwischen ungleichartigen Lösungen, z. B. dünneren
und dichteren wässerigen Lösungen von Kochsalz, Zucker, Ei-
weiss, nicht aber zwischen gleichartigen Lösungen ein Strom statt-
findet und zwar von der dünneren nach der dichteren Lösung;

14) dass bei verschiedenem specifischem Gewicht und gleicher
Natur zweier wässerigen Lösungen in der Regel die Strömung
von der leichteren zu der schwereren geht , bei gleichem spe-
cifiscbem Gewichte aber und verschiedener Natur der gelösten
Stoffe so lange eine Diffusion entsteht, bis die Stoffe sich
ausgeglichen;

15) dass die Stärke des Stroms verschieden ist nach der chemi-
schen Natur der Stoffe, wie diess verdünnte Säuren, Alkohol,
Kochsalz- und Zuckerlösungen im Gegensatz zu Eiweiss und
Alkalien beweisen;

16) dass die Stärke der endosmotischen Strömung mit der Con-
centration einer Lösung zu und mit der Dichtigkeit der anderen
Lösung abnimmt;

17) dass, je nachdem eine thierische Membran mit Wasser oder
Oel oder Galle gedrängt ist, gewisse Stolle in verschiedener
Menge diffundiren, indem z. B. Fett durch eine mit Wasser
gedrängte thierische Membran ausgeschlossen wird, durch
eine mit Galle imbibirte aber diffündirt;

18) dass die Geschwindigkeit und Dauer der Endosmose von der
Beschaffenheit einer Membran abhängt, wie diess die Unter-
schiede in den Strömungen durch seröse Membranen, Schleim-
häute und die äussere Haut beweisen;

19) dass gewisse Stoffe, z. B. Kalihydratlösungen, langsam, andere,
z. B. verdünnte Säuren, rasch durch Membranen diffundiren;

20) dass je grösser die chemische Differenz und je grösser der
Unterschied in der Concentration ist, um so rascher die En-
dosmose erfolgt;
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