Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 77
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26) die Erkennung der Harnsäure durch die Murexidprobe und
die Bestimmung der Menge derselben;

27) die Fällung der Erdphosphate, der Sulfate und Chloride des
Harns;

28) die Nachweisung von Eiweiss, Zucker und Galle im Harn;

29) die Verschiedenheiten des Harns nach Tageszeiten und Lebens-
weise rücksichtlich des specinscben Gewichts, der Farbe und
einiger Bestandteile;

30) die Schnelligkeit des Uebergangs gewisser Stoffe, z. B. von
Rhabarber, aus den ersten Wegen in den Harn;

Anmerkung. Dies^ wurde in einem Semester bei einem Indivi-
duum mit sogenanntem Blasenvorfall gezeigt.

31) die Injection von 2 Gramm Harnstoff in Wasser gelöst , in das
Venensystem eines Hundes. was ohne allen Aachtheil geschah;

32) die Injection von 2 Gramm Ammoniakcarbonat in Wasser ge-
löst gleichfalls an einem Hunde, bei dem alsbald nach der
Injection Betäubung, mühsames Athmen. Erbrechen und die
übrigen bekannten Erscheinungen eintraten.

e) Sinnenleben.
Zur Erläuterung der Sinnenthätigkeiten wurde über folgende
Verhältnisse experimentirt:

1) über die Schärfe und Feinheit des Gefühls an verschiedenen
Stellen der Haut in Betreff der Wahrnehmung des Abstands
zweier gleichbeschaffeuen Punkte eines Tasterzirkels;

2) über die Erkennung der Differenzen zweier Gewichte mittelst
einer Hand, wenn sie rasch aufeinander geprüft werden, und
mittelst beider Hände, wenn man sie gleichzeitig mit einander
vergleicht;

3) über die Unterscheidung geringer Temperaturdifferenzen an
verschiedenen Hautstellen in Vergleich zur Feinheit des Ge-
fühls für mechanische Objecte;

4) über die Dauer eines momentanen Gefühlseindrucks mittelst
eines rauhen Schleifrads oder einer gezahnten Scheibe;

5) über das Einfachfühlen zweier gleichbeschaffenen und nahe
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