Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 82
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Rückenmarks bei Fröschen die willkürlichen Bewegungen und
bewussten Empfindungen in der hinteren Extremität derselben
Seite unterhalb des Schnitts noch fortbestehen;

4) dass nach Durchschneidung der beiden Seitenhälften des Rücken-
marks bei Fröschen an verschiedenen, von einander ziemlich
entfernten Stellen die Leitung noch fortbesteht;

5) dass das Rückenmark ohne Gehirn und verlängertes Mark
Reflexvermögen besitzt;

6) dass die Reflexerscheinungen an narcotisirten decapitirten
Fröschen sich in anderer Art äussern als an nicht narcotisirten;

7) dass die Bewegungen, welche decapitirte Frösche vollführen,
den Charakter der Zweckmässigkeit besitzen;

8) dass jeder Theil eines in mehrere Stücke getrennten Sala-
manders Reflexbewegungen macht, wenn er noch ein Stück
vom Rückenmark besitzt;

9) dass, wenn man an einem decapitirten Frosche das Rücken-
mark der Länge nach so theilt, dass die beiden Hälften an
einem Punkte vom 1. bis zum 10. Spinalnerven noch zusammen-
hängen, die Reflexerscheinungen alle Muskeln beider Körper-
hälften betreffen können;

10) dass decapitirte Frösche zuweilen von selbst Bewegungen
vollführen;

11) dass decapitirte Frösche mehrere Tage leben können und in
dieser Zeit Blutlauf, Verdauung und Seeretionen von statten
gehen;

12) dass das Rückenmark einen Einfluss auf die Defäcation und die
Harnentleerung besitzt;

13) dass die hintere Portion des verlängerten Marks sehr empfind-
lich gegen mechanische Einwirkungen ist und centripetal leitet;

14) dass die Pyramiden und die den Oliven entsprechenden Bün-
del des verlängerten Marks bei den Fröschen centrifugal
leiten;

15) dass decapitirte Frösche, wenn das verlängerte Mark am
Rückenmark sitzen bleibt, kräftigere, lebhaftere und ausge-
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