Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

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9'" . 3"', und stiegen wieder in ihrer Häufigkeit nach dem allmäh-
lichen Zutritt der atmosphärischen Luft auf 16, 18, 20, 25, 28
und 32 in einer Minute hei 6"', 9"', 1", 2", 3" Barometerstand
und vollständiger Füllung des Recipienten mit Luft.

Die Herzbewegungen, welche bekanntlich in der atmosphäri-
schen Luft einige und selbst mehrere Stunden lang nach der Trennung
des Froschherzens vom Körper erfolgen, dauerten im lüftverdünnten
Räume nach einer Evacuation bis auf 3"' 15 bis 45 M. fort, wenn
der Frosch bei der Eröffnung der Brust keinen Blutverlust erlitt oder
das vom Körper getrennte Herz mit Blut befeuchtet unter den Reci-
pienten gebracht wurde. Dagegen trat augenblicklich oder einige
Minuten, nachdem bis auf 3"' evacuirt worden, Stillstand des Herzens
ein, wenn der Frosch bei der Bloslegung des Herzens einen be-
trächtlichen Blutverlust erlitten hatte oder das vom Körper getrennte
Herz mit Blut nicht befeuchtet wurde.

Die Herzcontractionen nahmen in ihrer Häufigkeit nicht so rasch
und nicht in dem Grade ab und dauerten länger (60 — 90 M.) an,
wenn man ausgekochtes Wasser unter dem Recipienten verdunsten
Hess. Sie hörten aber sehr bald und schon nach einer Evacuation
des Recipienten bis auf 1" oder 6"' auf, wenn die im Recipienten
bei der Verdünnung der Luft aus dem Heizen verdunstende Feuch-
tigkeit durch Chlorcalcium entzogen wurde.

Bei längerem Aufenthalt des Herzens im luftverdünnten Räume
und einem Wasserverlust desselben von circa 15 Proc. erfolgten
keine Contractionen mehr, wenn man atmosphärische Luft in den
Recipienten strömen liess, oder es vollführte das Herz nur wenige
schwache Bewegungen und blieb dann stillstehen.

Die Contractionen der Vorkammern des Froschherzens dauerten
unter dem Recipienten länger an als die der Kammer, die des
Herzens länger als die willkürlichen Bewegungen der Glieder-,
Kiefer- und Athmungsmuskeln. Bei dem allmählichen Wiederzu-
tritt der atmosphärischen Luft stellten sich zuerst die Contractionen
der Vorkammern, dann die der Kammer des Herzens und zuletzt
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