Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 106
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im leitenden Thiere imbibirten und 0,971 Gr. schweren Muskels
0,145 Gr., des linken nicht imbibirten und 0,898 Gr. schweren Mus-
kels 0,146 Gr.; in einer anderen Beobachtung für den rechten im-
bibirten und 0,768 Gr. schweren Muskels 0,089 Gr. und genau eben
soviel für den linken nicht imbibirten 0,571 Gr. schweren Muskel.

Um die Ouellungsverhältnisse des Wadenmuskels nach der
Trennung vom Körner zu erforschen, wurde der Muskel unmittelbar
nach der Tödtung des Thiers gewogen, dann in ein Probirgläschen
mit 5 Ccm. destillirten Wassers von bestimmter Temperatur gebracht
und in den ersten 9 bis 16 »Stunden nach der Trennung vom Körper
jede Stunde, später jeden Tag um dieselbe Stunde gewogen. In
einigen Beobachtungen setzte ich die Wägungen bis zum 28. Tag
fort. Das Wasser wurde während der Versuchsdauer nicht erneuert
und so ziemlich auf derselben Temperatur erhalten. Die Heraus-
nahme aus dem Wasser zum Behuf der Wägung geschah so rasch
als möglich, die anhängende Flüssigkeit wurde jedesmal auf die
angegebene Weise entfernt und die Verdunstung durch Verschlies-
sung des Glases mit einem Kork so viel wie möglich vermieden.
In mehreren Fällen, in denen ein Muskel nur 24 Stunden der Oucl-
lung ausgesetzt wurde, geschah die Bestimmung der Menge der
aus dem Muskel in dieser Zeit ausgezogenen festen Theile; sie be-
trug 0,024 bis 0,029 Gr. auf 1 Gr. (iischen Muskels.

Die mechanische Leistungsfähigkeit des Wadenmuskels wurde,
da eine Muskelzusammenziehung wegen der Anschwellung in Folge
der Quellung unmittelbar schwer wahrzunehmen ist, selbst wenn
man einen starken electrischen Beiz einwirken lässt, in folgender
Weise geprüft: nach der Tödtung des Thiers durch Decapitation
geschah zuerst die Trennung der ganzen hinteren Extremität (des
Oberschenkels, Unterschenkels und Fusses) vom Rumpf; alle Mus-
keln bis auf den Wadenmuskel wurden hierauf entfernt und dann
dieser mit den fixirten Enden der Leitungsdrähte eines Inductions-
apparats in der Weise in Verbindung gesetzt, dass diese den Mus-
kel berührten, ohne sich beim Schliessen der Kette oder einer anderen
Manipulation verrücken zu können. Jede, auch die schwächste
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