Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 111
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Iii

Quellung nur unbedeutend stieg. Sie war mit dem Eintritt des Ouel-
lungsmaximums in der 2. bis 4. Stunde nach derTödtung, nachdem
der Muskel 30 bis 50 und 54 % zugenommen, nicht mehr bemerk-'
bar. Selbst auf die allerstärksten eleclrisclien Schläge waren keine
Wirkungen weder am Muskel selbst, noch am Oberschenkel oder
Fuss, mit denen er in Verbindung stand, zu erkennen.

Das electromotorische Vermögen des Wadenmuskels fand ich
in Folge der Quellung im lebenden Thiere in der 1., 2., .3. und 4.
Stunde der Imbibition in 16 Versuchen in der Regel nicht merklich
verändert. Die Multiplicatornadel wurde durch den gequollenen
wie den nicht gequollenen Muskel von demselben Frosch in gleicher
Weise bis an die Hemmung geworfen. Nur in einigen Fällen war
die ständige Ablenkung durch den imbibirten Muskel um einige
Grade beträchtlicher wie durch den nicht imbibirten. An dem erst
nach der 'födtung gequollenen Wadenmuskel dagegen beobachtete
ich constant, dass sobald der Muskel einen gewissen Grad der Ouel-
lung erreicht hatte, der imbibirte Muskel einen stärkeren Ausschlag
gab, als der nicht imbibirte. Die electromotorische Wirkung er-
reichte bei einem gewissen Wassergehalt des Muskels in der 2.
Stunde der Ouellung ihren höchsten Werth, nahm vor dem Eintritt
des Ouellungsmaximums in der 3. und 4. Stunde ab und fiel dann
allniählig weiter bis zum Verlust aller electromotorischen Wirksam-
keit, welcher in der 48. bis 56. Stunde nach der Tödtung an dem
imbibirten Muskel gleichzeitig mit dem nicht imbibirten eintrat. Der
Unterschied beider in der electromotorischen Wirkung liess sich bis
zu den letzten Stunden, in denen der Ausschlag nur noch einige
Grade betrug, erkennen. Im Verhältniss zum Ouellungsgang und
in Vergleich mit dem nicht imbibirten Muskel zeigte der Ausschlag
der Nadel bei dem der Ouellung ausgesetzten Muskel nach dem
Mittel mehrerer Beobachtungen folgende Werthe:
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