Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 117
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falls gemindert war. Leider wurde ich von der Fortsetzung dieser
Versuche durch andere Arbeiten bis jetzt abgehalten und icli muss
daher eine bestimmte Erklärung der verstärkten electromotoiischen
Wirkung des Wadenmuskels in Folge der Quellung von dem Er-
folge weiterer Untersuchungen über diesen Gegenstand abhängig
machen, so wahrscheinlich auch die Annahme ist, dass die Strom-
stärke eines Muskels in directem Verhältnisse zu der Spannung,
dem Drucke sieht, welche die Electricität durch den Leiter, das
Wasser im Muskel, treibt.

4) Ueber die Verdauung des thierischen E'meisscs.

Die Ansichten der Physiologen und Chemiker über die Ver-
daulichkeit von geronnenem und nicht geronnenem thierischem Al-
bumin . sowie über die Veränderungen, welche beide durch die
Einwirkung des Magensafts erleiden, sind nicht wenig getheilt. Das
nicht geronnene Eiweiss soll nach Einigen im Magen und ausser-
halb desselben durch den Magensaft coaguli.rt werden, nach Anderen
soll es durch diesen Salt wie durch jede verdünnte Säure eine
Trübung erfahren, nach Mehreren keine wesentliche Aenderung bei
der Verdauung im Magen erleiden und in dem Zustande, in dem wir
es geniessen, resorbirt werden, nach Anderen aber wird es in der-
selben Weise wie geronnenes Eiweiss durch den Magensaft umge-
wandelt. Das geronnene Eiweiss wird, wie Manche angeben, im
Digeslor und durch Säuren in derselben Weise gelöst und umge-
wandelt wie durch den Magensaft, das Albumin, welches in Säuren
und das, welches im Magensaft gelöst worden, soll keinen Unter-
schied wahrnehmen lassen, dagegen Andere lehren, es werde nur
durch den Magensaft gelöst und zugleich umgewandelt.

Zum Beleg des Gesagten dienen die Angaben derjenigen Be-
obachter, welche sich bisher mit der Untersuchung dieses Gegen-
standes beschäftigt haben, unter denen ich besonders L. Ghnelin,
W. Prout, Beaumont, Eberle, J. Müller und Sc//wann, Wasmann,
Blondlot, I\Jialhe, Frerichs, Buchheim, Bidder und Schmidt,
Lehmann nenne. Es würde für diesen Berich! zu weit führen, wenn
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