Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 132
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/arnold1858/0140
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
132

Stunden, 100 Gr. locker geronnenen Eiweisses in 5 Stunden in dem
Magen eines Hundes, wenn es bei nüchternem Zustande und ohne
andere Nutrimente aufgenommen wird, vollständig verdaut werden.
Ferner werden 100 Gr. geronnenen Eiweisses mit 15 % fester Theile
durch 1 Kilo Magensalt vom Hund oder durch 1 Kilo künstlicher
Verdauungsflüssigkeit von 0.2 % Säure- und 0,5 % Pepsin-Gehalt in
6 Stunden vollkommen gelöst und umgewandelt. Eine geringere Menge
von Magensaft im Verhähniss zum Eiweiss (5 bis 2 Th. auf ein Th,
Eiweiss) oder eine geringere Menge von Pepsin (0,01 % bis 0,001 %)
bewirken die Lösung des geronnenen Eiweisses zwar auch, aber erst
in 20 bis 48 Stunden. Was den Säuregehalt betrifft, so soll nach
Roopmans '/275 bis '/go Säure für gekochtes Eiweiss der angemes-
senste Grad sein, während er für rohen Kleber '40ü0 bis V400
Säure als die geeignete Menge erkannte. Nach seinen Versuchen
beeinträchtigt ein mässig sauerer Magensaft die Verdauung des ge-
ronnenen Eiweisses, befördert aber die Auflösung von Kleber. Er
hat gefunden. dass im lebenden Thiere durch die nämliche Ver-
dauungsflüssigkeit ungleiche Mengen von Eiweiss und von Kleber
aufgelöst werden: wo viel Eiweiss verdaut wird, nimmt der Kleber
nur wenig an Gewicht ab und umgekehrt. Da nun nach Bidder
und Schmidt der Magensaft von Hunden 0,2 bis 0,3 %, der vom
Schaaf 0,1 bis 0,15 % Säure hat, so ist begreiflich, dass gekochtes
Eiweiss im Magensaft vom Hund besser gelöst wird, als in dem
vom Schaaf, der Kleber dagegen sich umgekehrt verhält.

5) Heber die Athmungsfjrösse des Menschen.

Hutchinson hat, gestützt auf zahlreiche spirometrische Beob-
achtungen , die Ansicht aufgestellt, dass die vitale Capacität der
Lungen oder die Athmungsgrösse des Mannes im gesunden Zu-
stande in einem gewissen Verhältnisse zu körperlichen Zuständen
stehe; er bezeichnete als solche hauptsächlich erstens die Höhe des
Körpers, zweitens das Gewicht und drittens das Alter. Nach ihm
soll zwischen der Körperhöhe und dem vitalen Athmungsvermögen
ein so inniger Zusammenhang obwalten, dass letzteres in einem
loading ...