Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 134
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der Voraussetzung ausgehend, dass die Hölle der Brust in einem
constanferen Verhältnisse zu der Höhe des Rumpfs als zu der des
ganzen Körpers stehe. Seine Berechnung der vitalen Capacität
gründete Fabius erstens auf die Höhe des Rumpfs, zweitens den
Umfang der Brust in der Höhe der Brustwarzen, drittens auf die
Beweglichkeit des Brustkastens und viertens auf das Alter. Er hat
aus seinen Beobachtungen mit Hülfe von Buys-Ballot eine Formel
abgeleitet, nach der die Athmungsgrösse für jede Brustbeweglich-
keit und jedes Lebensalter, wenn die Länge des Rumpfs und der
Umfang der Brust bekannt sind, im Voraus sich bestimmen lassen soll.

Dies war die Sachlage in Betreff der vitalen Capacität, wie
ich sie im Jahr 1854 vorfand, als ich die von mir seit mehreren
Jahren gesammelten Beobachtungen zu verarbeiten mir vornahm.
Ich erkannte bald die Notwendigkeit, alle Verhältnisse des Körpers,
die etwa einen Einfluss auf die Athmungsgrösse üben, zu berück-
sichtigen und nach ihrem Werthe zu bestimmen, wenn die durch
das Spirometer erhaltenen Grössen für die Wissenschaft und wo
möglich auch für die Praxis einen Werth erlangen sollen. Ich
unterzog mich der im Ganzen mühevollen Arbeit, die Beobachtungen
von Hutchinson, Simon, Fabius und meine eigenen zusammenzu-
stellen und darnach den Werth der verschiedenen Momente, welche
etwa einen Einfluss auf die Athmungsgrösse besitzen, zu ermitteln.
Ich prüfte auf diesem Wege mit Rücksicht auf die vorliegenden
fremden und eigenen Beobachtungen das Verhältniss der Athmungs-
grösse zu der Körperhöhe, der Rumpfhöhe, dem Körpergewicht,
dem Brustumfang und der Brustbeweglichkeit, und suchte in gleicher
Weise den Einfluss des Alters, der Lebens- und Beschäftigungs-
weise, verschiedener körperlicher Vorgänge und endlich des Ge-
schlechts auf das vitale Athmungsvermögen darzuthun.

Die auf diesem Wege erhaltenen Werthe habe ich in meiner
Schrift „über die Athmungsgrösse des Menschen" niedergelegt und
in derselben auch die Resultate besprochen, die sich dabei ergaben.
Iiier will ich nur die gewonnenen Ergebnisse in möglichster Kürze
mittheilen, weil die Beobachtungen, die ich an Medicin-Studirenden
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