Instytut Historii Sztuki <Posen> [Hrsg.]
Artium Quaestiones — 21.2010

Seite: 9
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DIE ALTERTUMLICHE UBERLIEFERUNG IN DER RENAISSANCE-SKULPTUR

7rXaoiiKr) nominabitur, Quom gypso quod
eo typos imitamur,
7rapa8stypanKÓv, nos Exemplariam
appellare poterimus,
Quom lapidibus ubi Scalpello utimur.
a Percussione Ko7a7ruKi)v siue
Scalpturam, Quom uero Metallis y7u(pixi)v
hoc est Sculpturam
(De 0077 PompomMS
S. 126)

Wenn in Ton, da dies die Bildner tun,
„Plastike". Wenn in Gips, da wir darnit
Figuren nachbilden,
„Paradeigmatike", wir kbnnten es „Copie-
ren" („exemplaria") nennen. Wenn in
Stein, wobei wir den MeiBel gebrauchen,
nennen wir es vom Schlagen „Kolaptike"
oder „Scalptura". Wenn in Metallen, „Gly-
phike", d.h. „Sculptura"
(De uo7i Po777po77 7Ms
S. 127)

Bei der Lekture von Traktaten zur Skulptur aus der truhen Renais-
sance uberrascht der Kontrast zwischen den grundlichen und prazisen
mathematischen Erwagungen zur Proportionslehre und den sparsamen
Bemerkungen iiber die Steinskulptur. AuBerdem ist charakteristisch,
dass die Werkstattproblematik vernachlassigt wird, was ais frappierende
Ausnahme angesehen werden muss. Bei einem Vergleich ahnlicher Ab-
handlungen auf dem Gebiet plastischer Arbeiten, also zu Werken aus
Lehm, Gips, Wachs und offensichtlich vor allem zu Metallabgussen, wird
deutlich, dass die Autoren (Ghiberti, Gauricus) in diesem Fali eine Reihe
praktischer Informationen und Anleitungen liefern.


Abb. 1. Das Fragment des spatrómischen Kapitels, Orvieto, Museo -
Opera del Duomo, Archiv des Autors
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