Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard [Hrsg.]; Robert, Carl [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (2): Mythologische Cyklen — Berlin, 1890

Seite: 47
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ACHILLEUS Tafel XVIII

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gelassen. Endlich rechts ganz im Hintergrund ein älterer wegeilenden Achilles zu umfassen, die Linke ist mit der

Mann, mit kurzem Haupt- und Barthaar, in Chiton und

Stiefeln, nach rechts sich

entfernend, entweder ein
Diener oder Phoenix

(vgl- 34)-

Abgesehen von der
Figur des Diomedes tnuss

—5 (Helbig Wandgemälde
S. 280 Nr. 129Ö; abgeb. Gior-
nale degli scavi 1861 tav. X,
danach die obenstehende Abbildung.)

wandgemälde aus pompeji

31) F. Rom, Villa Carpegna (vor Porta Cavalleg-
gieri), an der Innenseite des Thorbogens eingemauert
31» die Füsse sämmtlicher Figuren und der Kopf des

Geberde des Schreckens vor die Brust erhoben, das gesenkte
Antlitz wendet sie mit ängstlichem Ausdruck nach rechts
auf Ulixes und seine Genossen, die hier die Darstellung
abgeschlossen haben müssen. Links die Schwestern der
Deidamia; die eine im Chiton mit gegürtetem Ueber-
schlag, das Haar hinten in einen Schopf zusammengebun-
den, will mit entsetzt erhobenen Händen, den Kopf nach
die Composition ganz ahn- der Mitte zurückwendend, nach links entfliehen, scheint
lieh gewesen sein, wie auf aber vor Schreck wie gelähmt, vgl. die ähnliche Figur auf
dem pompejanischen Bilde 29.; die zweite im Chiton mit Ueberschlag und geknöpften
aus Strada d'Olconio Nr. 3 Aermeln läuft mit vorgestreckten Armen auf Achilles zu;

die dritte im Chiton mit Ueberschlag und bogenförmig
flatterndem Mantel flieht eilig nach links: der Kopf war
nach der Mitte zurückgewandt, vgl. die ähnliche Figur auf
28 und 29.

Gute Arbeit des zweiten Jahrhunderts; die Schönheit
des Kopfes der Deidamia hebt Zoega mit Recht hervor.

32) F. Rom, Pal. Mattei, im Hof hoch eingemauert,

fliehenden Mädchens links sind ergänzt; ausserdem ist rechts Fig. 32; nicht messbar; L. c. 0,40. H c. 0,30. Zeichnung
die Gestalt eines Kriegers zugefügt, und das Ganze in einen von Eichler 1886'.

barocken Rahmen („etwa aus dem Seicento" Helbig) gesetzt. Pal Mattei ist l6l6 erbaut und das Fragment vermuthlich

gleich damals eingemauert worden.

Litteratur: Matz u. v. Duhn Antike Bildwerke in Rom II
S. 452 Nr. 3348; Joh. Graeven Tres picturae Pompeianae im
Genethliacon Gottingense 1888 p. 125 a. 8 (S).

L. 1,12. H. 0,6b. Relieferhebung 0,09. Zeichnung von
Eichler 1886".

Vermuthlich von Card. Gaspare Carpegna während seiner
Amtsführung 1670 bis 1714 erworben.

Litteratur: Zoega App. Fol. 41 od (vgl. Welcker's Zeitschrift

Erhalten ist der Oberkörper des nach links stürmen-

Hir Geschichte und Auslegung der alten Kunst S. 425); O. Jahn den und nach rechts sich umblickenden Achilles, der

Archäologische Beiträge S. 353 (E); Overbeck Bildwerke zum thebi- mit der Linken den Schild schwingt und über dem linken

sehen und troischen Heldenkreis S. 289 Nr. 7; Matz u. v. Duhn Arm die Chlamys trägt. Rechts Deidamia mit gescheitel-

Antike Bildwerke in Rom II S. 451 Nr. 3347. tem 0ffenem Haar, im Chiton, mit der Rechten den

Achilles im Chiton mit Ueberschlag, das rechte Bein Schildrand des Achilles fassend. Vor ihrem Gesicht wird

und die rechte Schulter entblösst, stürmt nach links (Kopf eine rechte Hand mit erhobenem Zeigefinger sichtbar, die

verloren Zoega; ergänzt v. Duhn) ; in der Linken schwingt zu einer rechts weggebrochenen Figur, vielleicht einem im

er den Schild; die fehlende Rechte hielt vermuthlich den Hintergrund stehenden Doryphoros von der achaeischen

Speer, von dem indessen kein Rest erhalten ist. Links steht Gesandtschaft gehören muss. Links von Achilles gleich-

auf einem niedrigen Postament ein korinthischer Helm mit falls im Hintergrunde ein behelmter bärtiger Kopf nach

Busch. Rechts kniet Deidamia in Chiton mit Ueberschlag rechts gewandt, vermuthlich gleichfalls von einem der

Und bogenförmig flatterndem Mantel; im Haar trägt sie Achaeer. Ueber demselben der Schaft einer Lanze.
ei'ie Binde. Mit der ausgestreckten Rechten sucht sie den Die Composition war ähnlich Avie auf 26.

Tafel XIX

33) P. Rom, Villa Pamfiü Fig. 33, in der Vorder-
ste des Casinos, links unten, eingemauert, an beiden Seiten
durch moderne Zuthaten aus Stuck verlängert, s. die Ab-
bildung bei Raoul Rochette; ausserdem stark abgerieben und
verwaschen. L. 1,95. H. 0,58. Zeichnung von Eichler 1883.

Vermuthlich seit der Erbauung der Villa um 1644 an seinem
gegenwärtigen Platz.

Abbildungen: Raoul Rochette Monumens inedits 1826_

1833 pl' i2- Danach Inghirami Galleria omerica 1831 II tav. 180
(ohne die modernen Zuthaten).
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