Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard   [Hrsg.]; Robert, Carl   [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (2): Mythologische Cyklen — Berlin, 1890

Seite: 188
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/asr2/0206
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
188

TROISCHER KREIS

angedeutet; davor ein viereckiger bekränzter Altar, auf
dem die Opferflamme brennt. Iphigenia trägt hier um
das Haupt über dem Schleier die priesterliche Binde;
das Dianabild in ihrer Hand ist nach 177 ergänzt.
Thoas hat barbarische Züge und einen zornigen Gesichts-
ausdruck. Sein Doryphorus ist bärtig und mit phrygischer
Mütze, Aermelchiton, Chlamys und Hosen bekleidet; die
linke Hand stützt er auf die Hüfte. Ein zweiter jugend-
licher Scythe in derselben Tracht steht links vor Thoas
und scheint, die Rechte mit dem Gestus der Verwunde-
rung ausstreckend, auf die Rede Iphigenias zu lauschen.
Im Hintergrund hinter den beiden Gefangenen sind zwei
nach rechts gewandte Scythen angebracht, der hintere
barhäuptig, der vordere mit phrygischer Mütze; beide
sind mit Chiton, Chlamys und Hosen bekleidet.

179) F. Rom, Villa Pamfili, im Halbrondel des
unteren Privatgartens eingemauert. Fig. 17g. L. 0,37.
H. 0,60. Relieferhebung 0,07. Zeichnung von Eichler 1882.

Am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts in die Basis einer
damals noch in Villa Pamfili, jetzt in Palazzo Doria befindlichen
Jünglingsstatue (abgeb. Clarac Musee de sculpture pl. 970 D,
2491 C; vgl. Matz und von Duhn Antike Bildwerke in Rom
1881 IS. 284 Nr. 995) eingelassen.

Abbildung: de Rubeis Villa Pampbilia eiusque palatium tab. 5.

Litteratur: Inventarium bonor. repert. post obitum cl. memo-
riae Princ. D. Joann. Bapt. Pamphilj a. 1709 in den Documenti
inediti per servire alla storia dei Musei d'Italia III 1880 p. 153
(„basso rilievo di marmo dt una donna vestita, che tiene un specchio
in mono, et un vaso a piede"~); Matz und von Duhn a. a. O. II
S. 462 Nr. 3370.

Linke Ecke einer Replik von 177. 178. Erhalten ist
die Figur der Iphigenia mit dem als Briefbehälter dienen-
den Gefäss zu ihren Füssen.

180) F. Rom, Pal. Mattei, im Hof eingemauert.
Fig. 180. Zu einer viereckigen Platte ergänzt, wobei rechts

noch eine Figur zugesetzt ist. L. 0,75. H. 0,47. Zeich-
nung von Eichler 1884.

Vermuthlich seit 1616, der Erbauungszeit des Palastes, an
seinem gegenwärtigen Platz.

Abbildungen: Winckelmann Monumenti antiebi inediti 1767
II nr. 130 im Gegensinn mit den Ergänzungen. Danach Magnan
La Ville de Rome 1778 IV nr. 87; R. Venuti et Amaduzzi Vetera
Monumenta quae in bortis Caelitnontanis et in aedibus Matthaeiorum
asservantur III 1779 tab. 34; Chr. G. Heyne Homert carm'tna
1802 II p. 311; Inghirami Galleria omerica II 183 1 tav. 158.

Litteratur: Winckelmann a. a. O. p. 170; Ders. Werke,
Dresd. Ausg., IV S. 145; Magnan a. a. O.; Venuti et Amaduzzi
a. a. O. p. 66; Zoega App. Fol. 392 Nr. 46; Chr. G. Heyne
a. a. O. I p. LXIX; Göttinger Gelehrte Anzeigen 1817 Bd. III
S. 1908; Schorn zu Tischbein Homer nach Antiken gezeichnet
IX 1821 S. 23 A. 7; E. Visconti Opere varie II 1829/». 273;
Inghirami a. a. O. p. 85; Rathgeber Orestes a. a. O. S. 123 A. 83;
Welcker Rheinisches Museum IV 1836 S. 608 (= Die Griechischen
Tragödien III 1841 S. 1171); Beschreibung der Stadt Rom III 3,
1842, S. 525; O. Jahn Archäologische Zeitung II 1844 S. 369;
Preller Berichte über die Verhandlungen der königlich sächsischen
Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig II 1850 S. 250; Over-
beck Die Bildwerke zum thebischen und troischen Heldenkreis 1857
S. 730 Nr. 79; Ampere Histoire romaine ä Rome III 1862 p. 468
n. 1; Robert Archäologische Zeitung XXXIII 1875 S. 138 d;
Matz und von Duhn Antike Bildwerke in Rom 18 81 II S. 463
Nr. 3371.

Fragment einer Replik von 177. 178. Erhalten ist die
Mittelscene, Abschied des Pylades von Orest, so gut
wie vollständig, nur die unteren Extremitäten der Figuren
sind weggebrochen und jetzt sehr ungeschickt ergänzt.
Der Befehlshaber der Wache und der Scythe im
Hintergrund links, wie auf 178. Rechts hinter Pylades
steht noch ein Scythe in phrygischer Mütze und auf der
rechten Schulter gehefteter Chlamys. Der Stab des Pyla-
des scheint oben in einen Thierkopf auszulaufen, falls hier
| nicht eine von Eichler übersehene Ergänzung vorliegt.
loading ...