Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard [Hrsg.]; Robert, Carl [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (2): Mythologische Cyklen — Berlin, 1890

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ARGONAUTEN-KREIS

diutius ac pene ignorata. Tunc vero eruta rursus et diligenter col-

lecta....... jQuae impluvium circumeunt porticus opportunissi-

mam praestabant sedem, in qua omnes consisterent. Architectus fictis
ianuis et pilis ornaverat circumcirca muros. Iis ornamentis usus sunt
ad distribuendos infigendosque venustate aliqua inscriptos et figuratos
lapides. Im Jahre 1879 erhielt das Fragment seinen gegenwär-
tigen Platz.

Alte Zeichnungen: Coburgensis Fol. 32 Nr. 214 Fig. 190'.
Von derselben Hand Pighianus Fol. 251 Nr. in.1)

Abbildungen: 1) Die ganze Vorderseite nach dem Pighianus:
Beger Spicilegium antiquitatis 1692 p. 118. p. 120. p. 123. Da-
nach Mericus Casaubonus D. Iunii Iuvenalis Aquinatis Satyrae 1605
p. 1905 Gronov Thesaurus graccarum antiquitatum 1697 I Ddd.
Eee (danach Gianrinaldo Carli Deila spedizione äegli Argonauti in
Coko 1745 p. 3 = p. 39 = p. 71 = p. 107. p. 73); Flan-
gini Apollonius Rbodius II 1794 p- 200. p. 430. — Archäologische
Zeitung XXIV 1866 Taf. 216 Nr. 2. — 2) Das erhaltene Frag-
ment: Rivautella et Ricolvi Marmora Taurinensia II 1747 p. 22
nr. 30. Danach Flangini a. a. O. p. 190; Millin Galerie mytho-
logique 1811 pl. 175 nr. 424; Guigniaut Religions de Vantiquit'e
pl. 248 nr. 646 c. — Maffei Museum Veronense 1740 p. 223
fig 5-

Litteratur: Aldroandi a. a. O.; Beger a. a. O.; Gronov
a. a. O.; Gianrinaldi Carli a. a. O. p. 73; Rivautella et Ri-
colvi a. a. O.; Winckelmann Monumenti antichi inediti 1767 II
p. 106. p. 122; Gio. Girolamo Carli Dissertazioni due 1785
/>. 285; Flangini a. a. O. /». 199. p. 530; Böttiger D<? Medea
Euripidea cum priscae artis operibus comparata bei Matthiae Miscel-
lanea pbilologica I 1803 p. 319. p. (= Böttiger Opuscula et

carmina latina ed. Sillig i 837 p. 3 86. p. 387. />. 392. />. 394);
Zoega BassiRilievi 1808 />. 21 5 «r. VII. »r. VIII. «r. IX; Millin a. a. O.
»r. 424; Guigniaut a. a. O.; K. O. Müller Handbuch der Archäo-
logie der Kunst, 2. Ausg., 1835 S. 645 (3. Aufl. von Welcker
1848 S. 694) § 412, 4. 5; Clarac Mus'ee de sculpture II 1841
p. 535 n. p. 538 n. 1; Th. Pyl De Medeae fabula (Diss. inaug.
Berol.) 1850 p. 32 «r. 2 (= />. 33 «r. 3). p. 35 «r. 1; Lambeck De
Mercurii statua vulgo Iasonis habita 1861 p. 20 »r. 2 (= «r. 4);
O. Jahn Archäologische Zeitung XXIV 1866 S. 233 A (= C);
Conze Archäologischer Anzeiger 1867 S. 74*; O. Jahn Berichte
über die Verhandlungen der königlich sächsischen Gesellschaft der
Wissenschaften zu Leipzig XX 1868 S. 224 Nr. 211; Dilthey
Annali delf Instituto XLI 1869 p. 6. p. 13; Matz Monatsberichte
der königlich preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin
1871 S. 493 Nr. 214; Dütschke Archäologische Zeitung XXXIII
1875 S. 73; Ders. Antike Bildwerke in Oberitalien IV 1880 S. 75
Nr. 111; Friederichs und Wolters Die Gipsabgüsse antiker Bild-
werke im Museum zu Berlin 1885 S. 719 Nr. 1833; Heydemann
Iason in Kolchis (Elftes Hallisches Winckelmannsprogramm) 1886

*) Die von O. Jahn Archäologische Zeitung XXIV 1866 S. 233
und Berichte über die Verhandlungen der königlich sächsischen Gesell-
schaft der Wissenschaften zu Leipzig XX 1868 S. 224 mitgetheilte und
auf diesen Sarkophag bezogene Ortsangabe in foro romano Cosmi et Damiani
ante aedem steht über der quer gestellten, das ganze Blatt einnehmenden
Zeichnung, also unmittelbar rechts von dem Bruch, und bezieht sich nicht
auf diese, sondern auf die die Rückseite des vorhergehenden Blattes, also
Fol. 250b, einnehmende Zeichnung von 199; s. dort.

S. 6 C (= E); L. von Urlichs Ein Medea-Sarkophag (Einund-
zwanzigstes Programm des von wagner'schen Kunstinstituts) 1888
S. 6 a (= c).

Die Vorderseite enthielt drei von links nach rechts
aufeinanderfolgende Scenen, zuerst die Bändigung der
Stiere, dann die Erringung des Vliesses, endlich die
Vermählung mit Creusa.

In der ersten Scene links Iason mit den Stieren
wie auf 188. iSg. Der Stier links steht, wie auf 189, noch
aufrecht. Im Reliefgrund wird über dem Rücken der Stiere
ein Baum sichtbar, der sich oben in zwei Aeste gabelt.
Die Pflugschar liegt links am Boden. Links an der Ecke
steht mit rechtem Stand- und linkem Spielbein ein jugend-
licher Argonaut in Panzer, Mantel und Stiefeln; in der
gesenkten Rechten hält er ein in der Scheide steckendes
Schwert; in der Linken scheint er die Lanze gehalten zu
haben, deren Spitze links von dem Kopf des Iason erhalten
ist. Ein vor seinen Füssen sichtbarer nackter rechter
Fuss scheint zu beweisen, dass vor ihm noch ein zweiter
zuschauender Argonaut gestanden hat; demselben wer-
den auch die vor dem Leib des erhaltenen Argonauten
erkennbaren Gewandreste gehört haben, die sich als Theile
des Mantels der Eckfigur schwerlich erklären lassen,
während sie als Reste einer über den Rücken fallenden
Chlamys, wie sie der Dioscur an der linken Ecke von 188
trägt, leicht verständlich sind. Das hohe Relief der Platte
macht es erklärlich, dass die Beine der Figur fast vollstän-
dig wegbrechen konnten, wie andererseits die grosse, jetzt
zwischen dem rechten Arm des Iason und der Eckfigur
bestehende Lücke schon an sich genügen würde, um den
Ausfall einer Figur zu postuliren. Die beiden Argonauten
wie auf 188 für die Dioscuren zu halten, ist wegen des
Panzers der erhaltenen Figur bedenklich. Der rechts, wie
auf 189, auf einem Felsen sitzende Aeetes hat dieselbe
Tracht wie auf 188 und hält, wie dort, in der Rechten
das in der Scheide steckende Schwert. Der hinter ihm
stehende, mit Aermelchiton und Chlamys bekleidete und
eine Lanze haltende Jüngling wird wieder Apsyrtus sein,
der indessen hier muthiger dreinschaut, als auf 18g.

In der rechts folgenden Scene, der Erringung des
Vliesses, trägt Iason dieselben Waffen wie auf 187,
kniet aber ebenso wie auf 188. 18g. Dass er bärtig er-
scheint, kann ein Versehen des CoBURGENSis-Zeichners sein;
doch ist es auch denkbar, dass er und Medea in dieser
Mittelscene die Porträtzüge des in dem Sarkophag bestatte-
ten Ehepaars trugen. Die Bezauberung des Drachen ist
hier anders dargestellt, als auf 188 und bei Apoixonios.
Medea hat an dem Fuss des Baumes einen kleinen Altar
aufgestellt (vgl. 167. 168), in dessen Flamme sie von
einem flachen geflochtenen Teller, den sie mit der ge-
senkten Rechten gehalten haben muss, mit der Linken
kleine vom Zeichner übersehene Gegenstände, wahrschein-
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