Robert, Carl [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard [Hrsg.]; Robert, Carl [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,1): Einzelmythen: Actaeon - Hercules — Berlin, 1897

Seite: 65
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TAFEL XII. XIII ERSTE CLASSE 41—46

eines Widders, dahinter der nach links gewandte Kopf
eines Hundes. An der Ecke ein Baum. Offenbar folgte
rechts ein stehender Hirt, vgl. 71^. 72 a. 75'a- 77 b.

43) F. verschollen, in der ersten Hälfte des 17. Jahr-
hunderts in Rom. Fig. 43 nach dal Pozzo Windsor VIII
29 (203).

Linke Ecke eines Endymion-Sarkophags. Der Amor
wie auf 3g, aber sehr verstümmelt. Dann der wohl nur
durch Schuld des Zeichners flügellose Somnus, der wie
auf 40 den Kopf des in seinem Schosse schlafenden En-
dymion mit dem Mantel bedecken will.

44) F. Rom, Pal. Merolli. Fig. 44. L. 0,23. H. 0,30.
Rh. 0,04. Zeichnung von Eichler 1891.

Litteratur: Matz und von Duhn Antike Bildwerke in Rom
1881 II S. 198 Nr. 2731.

Das Fragment stammt wohl eher von einem Kinder-
sarkophag als von einem Deckel. Erhalten ist die nach links
schreitende Luna, die bereits ihren Wagen verlassen hat
(vgl. 40. 42. 48), wie gewöhnlich im bogenförmig flattern-
den Mantel, aber ohne Mondsichel. Ihre vorgestreckte
Rechte fasste ein vor ihr herschreitender Amor, von dem
nur die linke Hand erhalten ist.

45) F. 1SS6 von mir in Ostia in den die Fundstücke
aus den Jahren 1853—1873 enthaltenden Sälen des Museums
gesehen, von Eichler 1891 dort nicht mehr aufgefunden.
L. 0,21. H. 0,27. Rh. 0,04.

Erhalten war das nach rechts gewandte Zweigespann
der Luna, darüber ein schwebender Amor (vgl. 46); links
von diesem ein Stück des bogenförmig flatternden Mantels
der Luna.

46) F. F. Das linke Ende mit der anstossenden Schmal-
seite Fig. 46 Neapel, Museo nazionale. L. 0,84. H. 0,40.
T. 0,52. Fig.46a Cannes, Villa Faustina. L. 0,50. H. 0,35.
Fig. 46 Zeichnung von Eichler 1875; Fig. 46 a Zeichnung
von Schenck, nach einer E. Petersen verdankten Photo-
graphie 189Ö. Die Länge der vollständigeren Vorderseite
wird im Tophamianus auf 6 Fuss angegeben.

Die beiden Fragmente stammen von einem Sarkophag, dessen
Vorderseite bis auf die offenbar schon bei der Auffindung zerstörte
rechte Ecke bei dal Pozzo Windsor XVIII 91 Fig. 46' und im Topha-
mianus Bu X 45 gezeichnet ist und der sich nach der Notiz auf der
Rückseite des dal Pozzo-Blattes damals (1612—1615) zu Rom im Pal.
Farncsc befand. Nicht lange darauf muss er zerbrochen sein; denn
das Museo cartaeco des dal Pozzo (1620—1 ö57) enthält bereits die
beiden Fragmente Fig. 46" a. Fig. 46" b. Doch müssen die Stücke
im Anfang des 18. Jahrhunderts, als die Zeichnung für Topham
gefertigt wurde, wieder vorübergehend zusammengesetzt gewesen
sein. In dem Inventar des Farnesischen Antikenbestandes von 1568
(Docum. inediti I p. 72) wird kein Stück erwähnt, mit dem sich

dieser Sarkophag identificiren Hesse. Ebenso wenig scheint er eines
der 1570 durch den Cardinal Alessandro Farnese von dem Scavatorc
Andrea Gherardi erworbenen Stücke (Docum. inediti IV p. 396) zu
sein. Im Inventar von 1697 (Doc. ined. II p. 385) gehören
die Fragmente wohl zu den ventiquattro tavole di marmo di basso-
rilievo di diverse grandezze, parte intiere e parte rotte; in dem von
1767 (Doc. med. III p. 190) werden sie sich unter den Otto tavolc di
marmor con bassi rilievi di diverse grandezze, non pero sani verbergen.
46 ist am längsten im Besitz der Familie Farnese geblieben und mit der
übrigen Sammlung nach Neapel gekommen; es ist das linke Ende
des Sarkophags mit Schmalseite, einem Theil der Rückseite und
Boden. Mit 46" b will von Duhn (Ant. Bildw. III S. 202) ein
von ihm im Studio Ierichau gesehenes, von mir nicht mehr aufgefun-
denes Fragment identificiren. 46 a kam um die Mitte dieses Jahr-
hunderts nach Cannes und hat seit der Anfertigung der Pozzo-Zeich-
nung nur wenig gelitten.

Alte Zeichnungen: dal Pozzo Windsor XVIII 91 (die Vor-
derseite ohne den Amor an der Ecke) „Farnese" Fig. 46'; dal Pozzo
Windsor VIII 28 (342) Fig. 46" b, VIII 16 (343) Fig. 46" a-
Tophamianus Eton Bu X 45 weissgehöhte Bleistiftzeichnung „L.
Handcrog fecit", die vollständigere Vorderseite, wie bei dal Pozzo
Windsor XVIII.

Litteratur: 46 Nuovo Museo e Fabbr. dclla porcellana di Na-
poli 1796 (Doc. ined. I p. 207) nr. 397; Haus Nuovo Museo dei
vecebi studi in Napoli 1805 (Doc. ined. IV p. 200) nr. 44 (Farnese
397)- — 463 Michaelis Mittheilungen des Römischen Instituts VIII
1893 S. 182 Nr. 18. — 46b Matz und von Duhn Antike Bild-
werke in Rom 1881 II S. 198 Nr. 2730, vgl. III S. 292; Winne-
feld Hypnos 1886 S. 24.

An der linken Ecke ein auf die umgestürzte Fackel
gestützter Amor, den Kopf in die linke Hand schmiegend
Fig. 46. In der Mitte Endymion im Schoss des Somnus;
dieser hält, wie auf 41, den Mantel fest, den ein von rechts
heranfliegender Amor von dem Schläfer wegziehen will Fig.
46'. Fig. 46" b. (Fig. 46). Der linke Fuss dieses Amor ist auf
46 a noch sehr verstümmelt erhalten, auf 46" a ist er als
Hand missverstanden. Endymion hält in der Rechten das
Pedum; weiter links liegt seine Syrinx am Boden. Luna
ist bereits vom Wagen abgestiegen Fig. 46 a. Fig. 46" a.
Fig. 46'. Die jetzt sehr verstossene Mondsichel ist durch
46' gesichert. Ein voranschreitender Amor zieht sie mit
der Linken beim Mantel und streckt die Rechte nach
Endymion hin aus. Ein weiterer Amor schwebt links neben
der Göttin, und fasst mit der Linken ihren Mantel; auch
die verlorene Rechte war nach diesem ausgestreckt, Fig. 46'
vgl. 41. Rechts entsprach ihm ein über den Pferden schweben-
der Amor, der ebenfalls beide Aermchen nach der Göttin
ausstreckte. Auf 46 a bemerkt man am Mantel der Luna den
vom rechten 46"a noch erhaltenen Aermchen herrührenden
Bruch. Auch der Amor im Wagen scheint nicht gefehlt zu
haben; wenigstens kann ich den am oberen Wagenrand er-
haltenen Rest nur für das rechte Bein dieser Figur halten,
während der weiter rechts folgende Bruch von seinem rechten
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