Robert, Carl   [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard   [Hrsg.]; Robert, Carl   [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,1): Einzelmythen: Actaeon - Hercules — Berlin, 1897

Seite: 151
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/asr3_1/0165
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
TAFEL XXXIX. XL ZWEITE CLASSE DRITTE GRUPPE 129 — 131'. DRITTE CLASSE ERSTE GRUPPE 132. ] J j

Dargestellt sind dieselben fünf Thaten, wie auf 126
und ursprünglich auch auf 127.

1) (VII) Stier, wie auf 126. 127. Für die richtige Er-
gänzung dieser Scene auf den beiden genannten Stücken
ist es von Belang, dass hier über der linken Schulter des
Hercules das Ende der Keule erhalten ist, die er in der
erhobenen Rechten schwang.

2) (VIII) Rosse, wie auf 126. 127, und zwar liegt
Diomedes wie auf 127 auf beiden Kriieen, doch ist hier
auch noch sein linker Fuss sichtbar. Der grosse viereckige
Puntello in der linken oberen Ecke rührt von der er-
hobenen Keule des Hercules her, der kleinere darunter
von dessen rechtem Ellenbogen. Rechts oben sind die
Köpfe zweier von den Pferden des Diomedes angebracht;
darunter eine Krippe, aus der sie fressen.

3) (IX) Amazone, wie auf 126. Die Amazone ist im
Begriff, von dem Pferde herabzugleiten; sie hielt in der
rechten Hand die Streitaxt, von welcher der Puntello am
linken Oberschenkel des Hercules herrührt; an ihrem linken
Arm ist ein Rest des Schildes erhalten. Ueber ihrem
rechtem Ellenbogen wird eine Tatze des Löwenfells sicht-
bar, das vom linken Arm des Hercules herabfiel. Die
beiden Puntelli links bezeichnen die Stellen des rechten
Ellenbogens des Hercules und des oberen Endes seiner
Keule.

4) (X) Geryones, wie auf 126, nur ist Geryones hier
gepanzert, trägt am linken Arm einen viereckigen Schild
und hebt die Rechte flehend empor. Auch liegt er, wie
Diomedes, auf beiden Knieen. Der grosse Puntello links
oben bezeichnet den Platz für das Ende der Keule, der
kleinere daneben den für den Kopf des Hercules. Rechts
davon sind die Vordertheile von zwei Rindern des Geryones
angebracht, die, wie die Rosse des Diomedes, aus einer
Krippe fressen. Offenbar ist diese vierte Scene als genaues
Gegenstück zu der ihr entsprechenden zweiten componirt.

5) (XI) Cerberus, ähnlich wie bei den ersten Gruppen
und auf 126. Hercules steht in Vorderansicht da, wie es
scheint, im Begriff sich nach rechts zu entfernen. Als
Sieger über die Unterwelt trägt er einen Kranz. Links
sind die Tatzen und das Hintertheil des Cerberus erhalten,,
den er mit der Rechten an einer Kette hielt.

1311) F. Verschollen, früher Rom, V. Pamfili.

Um 1795 sah Zoega unter den im Casino der Villa
Pamfili aufgestellten Antiken, also nicht etwa an der Aussen-
seite eingemauert, das Fragment eines Herculessarkophags,
das er folgendermassen beschreibt App. Fol. 531 Nr. 2: „Fra??i-
mento di lavoro andante. Ercole vcduto dt faccia colla voltata
alla d. (von der Figur aus, wie Zoega stets beschreibt) sta
prcmendo col ginocchio d. la schiena d^tin turo che s'inginocchia
e cade sotto il peso, alzando la testa a mano d. deIV eroe, il
quäle aveva il braccio d. alzato per ferirlo e stende il braccio
s. avvolto della leonina indietro in giü. ne manca la testa e la
piü parte del braccio d.'c Danach stellte das Fragment das
Stierabenteuer genau in demselben Typus wie auf
126. 127. 131 dar, und man kann nicht bezweifeln, dass es
von der Rückseite eines Sarkophags dieser Gruppe stammte.
Vielleicht gehörte es zu 129 oder 130.

Der Vollständigkeit halber mag zum Schlüsse noch der
Felssarkophag von Salona erwähnt werden, der auf
seiner Vorderseite in drei umrahmten Feldern den Cer-
berus, die Rückführung der Alcestis und die Stym-
phaliden zeigt; abgebildet Wiener Jahrbücher der
Litteratur XII Anzeigeblatt Taf. I Fig. 3 und Lanza Monu-
menti Salonitani (Denkschriften der Wiener Akademie VII)
tab. 7, 1; besprochen ausserdem von Stephani a. a. O. S. 201
Nr. 17 und R. Schneider Archäologisch-epigraphische Mit-
theilungen aus Oesterreich-Ungarn IX 1885 S. 60. Endlich ist
auch ii 140 wegen des Cerberusabenteuers zu vergleichen.

iii. dritte classe.

PARERGA.
a) ERSTE GRUPPE. CENTAURENKAMPF.

Tafel XL.

132) S. und S.S. Rom, Vatican, Sala delle Muse.
Die beiden Schmalseiten sind jetzt durch ein modernes
Mittelstück, auf dem eine grosse Platane dargestellt ist,
verbunden und so auf die Länge der Vorderseite gebracht,
als deren Pendant sie eingemauert sind. Fig. 132. Fig. 132a.

Fig. 132b (vgl. auch die Textabbildungen S. 152. S. 153 nach
Photographie). L. 2,81. H. 1,00. T. 1,13. Die Feststellung der
Ergänzungen wird durch die Höhe der Anbringung er-
schwert. Zeichnung von Eichler 1879.

Der Sarkophag war schon zu Raphaels Zeit bekannt, dessen
loading ...