Robert, Carl   [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard   [Hrsg.]; Robert, Carl   [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,2): Einzelmythen: Hippolytos - Meleagros — Berlin, 1904

Seite: 183
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TAFEL XLVII. XLVIII GRIECHISCHE SARKOPHAGE 153. 154

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und den Kopf zu seinem Herrn emporhebend, der zweite
ganz im Hintergrund stehend und am Boden sitzend. Er-
gänzt sind an Hippolytos Kopf und Hals, doch sitzt noch
der Hinterkopf und ein Theil der Halsmuskeln auf dem
Rehefgrund, so dass die Wendung nach links gesichert ist;
von seinem Pferd ist fast das ganze Vordertheil mit Aus-
nahme der mittleren Partie des Kopfes modern, ebenso an
dem vorderen Hund das Auge mit seiner Umgebung und
dle beiden Vordertatzen. Zwischen Hippolytos und der
Amme steht ein Jüngling, der diese Kupplerin mit der
rechten Hand am Nacken gefasst hat, offenbar um sie bei
Seite zu schleudern. Seine linke Hand ruht am oberen
m seiner Chlamys. Die aus diesen drei Personen be-
stehende Hauptgruppe ist nicht, wie auf 152, in die Mitte,
sondern auf die linke Hälfte der Vorderseite gestellt. .Ihr
entsprechen auf der rechten Hälfte zwei weitere Gefährten
des Hippolytos. Der ihm zunächst stehende ist fast ganz
nioderri. Antik sind nur die beiden Unterschenkel, von

nen aber der linke ein grosses modernes Einsatzstück
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d > und der untere Theil des Speeres, wodurch wenigstens

16 K°rperwendung der Figur und annähernd auch die

Haltung ihres rechten Armes gesichert ist. Der folgende

Jungling steht in Vorderansicht ruhig- da, den Kopf nach
H' 1

'PPolytos hingewandt. Er trägt Jag-dstiefel, über der
en Schulter und dem linken Arm eine Chlamys mit
Kn°pf und hält in der linken Hand das in der Scheide
steckende Schwert, das er mit der Rechten berührt. Er-
gänzt sind einzelne Theile am Gesicht, an der Brust, der
rechten Schulter und dem rechten Oberschenkel. Diese
ZWei Gefährten sind zusammen mit Hippolytos, der Amme
und dem diese anpackenden Jüngling offenbar als Mittel-
gruppe gedacht, an die sich zu beiden Seiten je zwei weitere
e ahrten des Hippolytos, als symmetrisch gestellte Eck-
^guren, anschliessen. Am strengsten entsprechen sich die
1 en der Mittelgruppe zunächst befindlichen Jünglinge, die,
pe Hippolytos, ein Pferd am Zügel führen. Beide stützen
le erhobene Linke auf eine Lanze und sind mit Jagd-
stiefeln und einer auf der rechten Schulter gehefteten
d amys bekleidet; die einzige Differenz besteht darin,
aSS der zur Linken ein Schwert um die Schulter trägt
n den Zipfel der Chlamys über den rechten Unter-
geworfen hat, während diese bei dem zur Rechten
^ntGr der linken Schulter steil herabfällt. Auch zeigt die
k ange des letzteren leichten Flaum. Den Kopf wenden
eide der Mitte zu. Die Ergänzungen sind nicht der
e Werth. Auch auf 152 war die Mittelgruppe von
fWC1 ähnlichen ein Pferd führenden Jünglingen eingefasst,
Jedoch in etwas anderer Haltung und mit abgewandtem
_°Pf- An der linken Ecke wird die Darstellung durch
einen Jungling abgeschlossen, der sich mit der linken Achsel
einen Stab stützt, während er die Beine kreuzt. Er
trägt Chlamys, aber keine Jagdstiefel; auf der Wange ist

Bartflaum angedeutet. Ergänzt sind die linke Hand, der
linke Fuss und, sehr unglücklich, die Nase und Oberlippe.
Eine bis zu einem gewissen Grade ähnliche Figur ist auf
152 an der rechten Ecke angebracht. Dagegen finden wir
auf 154 als rechte Eckfigur einen den Kopf von der Mitte
abwendenden Jüngling in Jagdstiefeln und auf der rechten
Schulter gehefteter Chlamys, deren Zipfel die gesenkte
Rechte gefasst hält, während sich die erhobene Linke auf
einen Speer stützt. Dieser Speer ist zwar sammt dem
linken Unterarm modern, doch ist die Ergänzung durch
das erhaltene untere Speerende mit Sauroter gesichert,
s. Fig. 154b. Zwischen diesen Paaren von Eckfiguren sind
je zwei Hunde eingeschoben. Rechts hinter dem Jüngling
mit dem Pferd ein am Boden schnobernder zottiger Köter,
ähnlich dem auf 152 rechts von Hippolytos angebrachten;
der Kopf ist modern. Ganz an der rechten Ecke ein mit
zurückgewandtem Kopf kauernder Hund, der dem zu Hippo-
lytos Füssen sitzenden genau entspricht. An der linken
Seite sind die Hunde nebeneinander zwischen die Eck-
figuren gestellt, beide von der Mitte abgewandt; der im
Vordergrund stehende ist, wie es scheint, richtig mit er-
hobenem Kopf ergänzt, weil er sonst den Hund im Hinter-
grunde ganz verdecken würde; ob ein Ansatz am linken
Oberschenkel der Eckfigur die Ergänzung sichert, lässt sich
nicht mehr constatiren. Der im Hintergrund mit zurück-
gekehrtem Kopf kauernde bildet ein Pendant zu dem Hund
an der rechten Ecke, so dass dasselbe Motiv dreimal, so-
wohl im Centrum als an beiden Ecken, verwandt ist.

Auf der rechten Schmalseite Fig. 154b finden wir zwar
wieder wie auf 152 die liebeskranke Phaidra; jedoch ist
die Scene wesentlich verändert. Die Königin ist mehr in die
Mitte gerückt und sitzt in aufrechterer Haltung nach rechts
gewandt da. Geblieben ist das Aufstützen des einen Armes,
hier des rechten, auf das Kissen ihres Sitzes; doch geschieht
es in viel kräftigerer Weise als dort und scheint durch
die Linkswendung des Oberkörpers und Kopfes veranlasst
zu sein. Geblieben ist auch das Motiv, dass sich Phaidra
das Kopftuch abnehmen lässt — Eur. a. a. O. 201 f. jSotpu
fAOL ■/.zyal-qz £-t'zpavov s/sir a^sXs —; nur besorgt dies hier
die eine Dienerin allein, indem sie das Kopftuch mit beiden
Händen emporhebt. Das Motiv des Ausbreitens der Locken
auf der Schulter der Phaidra ist aufgegeben; ebenso das
Stützen ihres Armes durch eine andere Dienerin. Vielmehr
hebt die Königin mit dem linken Arme selbst das Kopf-
tuch etwas empor, wie um die Handlung der Dienerin zu
unterstützen. Ausser dem Kopftuch trägt Phaidra, wie auf
152, einen feinen Aermelchiton, der aber hier von der
rechten Schulter herabgleitet, einen um den Unterkörper
geschlungenen Mantel, Spangen an beiden Armen und
Sandalen. Ihr Haar ist nicht wie auf 152 gelöst, sondern
sorgfältig frisirt und mit einem Diadem geschmückt. Am
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