Robert, Carl [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard [Hrsg.]; Robert, Carl [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,3): Einzelmythen: Niobiden - Triptolemos ungedeutet — Berlin, 1919

Seite: 385
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TAFEL CI.

318 F. Rom, Villa Giustiniani-Massimo [a San
Giovanni in Laterano) an der Westfassade in der unteren
Reihe eingemauert. Fig. 318. H. des Ganzen mit den
modernen Teilen 1,09. B. 0,55. Zeichnung von Eichi.er 1886.

Abbildungen: Galleria Giustiniana 1631 II 76.

Literatur: V. Pacetti Raccolta Ginstiniani 1793; {Documenti
inediti per servire alla storia dei Musei d? Italia IV 1880) p. 439;
vgl. oben 262a S. 325; Zoega App. (1795) Fol. 297; Matz und
von duhn Antike Bildw. in Rom 1881 II S. 474 Nr. 3404.

Das Fragment Fig. 318 enthält den knienden Päd-
agogen mit dem verwundeten Niobiden. Es ist, ebenso wie
das Bruchstück 262 a, in eine moderne Komposition (Jagd-
szene; eingesetzt. Da sich die Grenzen des Antiken nach
unten nicht mit Sicherheit feststellen lassen, ist es hier mit
seiner ganzen modernen Umgebung, die das linke Drittel
der Reliefplatte bildet, wiedergegeben; den größeren rech-
ten Teil s. Taf. LXXXVIII 262 a.

319) F. Rom, Palazzo Rondinini. Fig.319. Fig.319a.

H. 0,65. B. v. 319 0,30, v. 319a 0,16. Zeichnung von De-
werzeny nach Photographie 1906.

Abbildung: guattani Monumenti ant. inediti 1787 Die. tav. III.

Literatur: Winckelmann Monumenti inediti 1767 II 120;
Guattani a. a. O. 91 s.\ E. Q. Visconti Mus. Pio-Clem. IV 1788
36 n. a; Zoega Bassirilievi 1808 I 194 «.5; Welcker Zeitschr.
1818 S. 593 Nr. 8; Ders. Alte Denkm. I 1849 S. 307 Nr. 8; Abeken
Bull. d. Inst. 1839 p. 39; Stark a.a.O. S. 16. S. 192; Benndorf und
Schöne a. a. O. S. 332; Heydemann Ber. d. Sachs. Ges. 1877 S. 71;
Matz und von Duhn Ant. Bildw. in Rom 1881 S. 261 Nr. 2904;
Pagenstecher a. a. O. S. 21.

Das eine Fragment Fig. 319 zeigt Amphion mit dem
jüngsten Knaben und ist die linke Ecke einer Replik von
315—318. Der Knabe erscheint in ähnlicher Lage wie
auf 316, ist jedoch nach der anderen Seite gekehrt. Mit
dieser Ecke ist rechts durch ein modernes Zwischenglied
ein zweites Bruchstück Fig. 319 a verbunden, das das Vor-
derteil eines nach r. galoppierenden Pferdes enthält, wohl
der Rest der einen Schmalseite, vgl. 312 b. 313 b.

320) F. Rom, Vatikan, Mus. Chiaramonti. Fig. 320.
H. 0,46. B. 0,28. Zeichnung von Eichler 1885.

Abbildung: amelung Die Sculpturen des vaticanischen Museums
I 1903 Taf. 65 Nr. 457.

Literatur: Zoega App. (1808) Fol. 565 Nr. 14; welcker Zeit-
schrift S. 593 Nr. 7; Ders. Alte Denkmäler I S. 307 Nr. 4; Gerhard
u. Platner Beschreibung der Stadt Rom II 2, 1834, S. 68 Nr. 455;
Descrizione dei Musei Vaticani p. 178 nr. 457; Stark a. a. 0. S. 16.
S. 192; Klügmann Bull. d. Inst. 1864/. 126; Heydemann Ber. d.
Sachs. Ges. d. Wissensch. 1877 S. 74; Amelung a. a. O. I S. 612.

CII 317-321 -^gc;

Das Fragment Fig. 320 ist die 1. Schmalseite einer
Replik von 315—31g mit der Gruppe der von dem Päd-
agogen gestützten Niobide. Daneben ist unten noch ein
linker Fuß erhalten, der nur zu dem von dem zweiten
Pädagogen gestützten Niobiden gehören kann, der dem-
nach in ähnlich aufrechter Haltung dargestellt gewesen sein
muß, wie auf 317. Waren aber auf der linken Schmalseite
zwei Gruppen angebracht, so muß dasselbe für die rechte
Schmalseite angenommen werden. Für diese kommen aber
nur die Amme mit dem Mädchen und der mit seinem
Pferd gestürzte Reiter in Betracht. Somit verbleiben für
die Vorderseite nur die vier noch übrigen Reiter, die bei-
den auf die Knie gestürzten und das sterbende Mädchen
und die beiden Eckgruppen von Amphion und Niobe. Die
Figuren müssen hier noch weiter auseinander gerückt ge-
wesen sein, als auf 316. Auch können sie nicht überein-
ander, sondern nur nebeneinander in einer Reihe ange-
ordnet gewesen sein, wie auf den Sarkophagen der ersten
Klasse, abgesehen natürlich von der sterbend am Boden
liegenden. Man erhält auf diese Weise eine streng sym-
metrische Komposition, und es ist wohl keine Frage, daß
das Fragment älter ist, als alle übrigen Exemplare der-
selben Klasse.

Von der Gruppe des Amphion ist noch ein beträcht-
licher Teil vorhanden, der Knabe erscheint in ähnlicher
Haltung wie auf 316, jedoch mit herabhängendem Arm.

Aus dem Anfang der Antoninenzeit.

321) P.(?) Verschollen.

J. Dallaway Anecdotes of the Arts in England 1800 p. 388 spricht
von einem bei Neapel gefundenen Niobidenrelief, das für die Samm-
lung des Königs von Spanien bestimmt war, aber zur See weggenom-
men und von Sir Thomas Robinson Lord Rokeby erworben wurde,
der es nach Rokeby Hall brachte, wo es Dallaway sah. Matz
vermutet, daß es ein Sarkophagrelief sei, hat es aber ebensowenig
wie Michaelis in Rokeby Hall finden können. Michaelis hat von
einem ungenannten Gewährsmann gehört, daß es sich in Denton
Hall (Northumberland) befinde, das der Familie Robinson-Montagu
gehört. Mir wurde 1899 in London von allen Archäologen versichert,
daß in Denton Hall keine Antiken seien. Zu welcher der beiden
Klassen das Relief gehört, läßt sich aus Dallaway's lakonischen
Angaben nicht entnehmen; selbst ob es ein Sarkophagrelief ist, bleibt
ungewiß.

Literatur: Dallaway a. a. O.; Welcker Zeitschrift S. 591 f.
Nr. 5. S. 593 Nr. 6; Ders. Alte Denkm. I S. 308 Nr. 9; Stark a. a. O.
S. 198; Matz Arch. Zeit. XXXI 1873 S. 25f.; Michaelis ebd. XXXII
1874 S. 61; Ders. Ancient Marblesp. 294; Heydemann Ber. d. Sachs.
Ges. 1877 S. 73 A. 8.
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