Robert, Carl   [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard   [Hrsg.]; Robert, Carl   [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,3): Einzelmythen: Niobiden - Triptolemos ungedeutet — Berlin, 1919

Seite: 414
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414 PHAETHON

möglich gewesen, Fig. 332". Auch setze ich bei allen Figu-
ren Ligorios und Zoegas Angaben, sowie, wo sie in Betracht
kommen, Viscontis Erklärungen aus den Accounts hinzu.

Ein über die ganze Bildfläche ausgedehntes Parape-
tasma, das links auf einer korinthischen Säule aufliegt,
deutet den Palast des Sonnengottes an. Die Hauptgruppe

ist nicht genau in die Mitte gerückt, sondern links davon
angebracht. Phoebus sitzt auf einem Felsen, auf den er
die 1. Hand stützt. Der Kopf, der rechte Arm und das linke
Knie sind ergänzt. ,, Un giovine .... privo della testa ....
stä a sedere sopra uno scoglio .... al giovine mancano la
mano d. e gli attributiv la s. resta appoggiata sullo scoglio,
sul petto d. osservasi un piccolo avanzo di qualche cosa che
teneva in quella mano, e che forse era una sferza." Zoega.
Dieser Rest wird eher von der vor die Brust erhobenen
Hand herrühren; vgl. 345. Die Engravings zeigen den
Arm richtiger ergänzt, als jetzt; auch den Kopf mit der
Strahlenkrone hat die Figur erst nach 1809 erhalten. „Sivede
assiso Tytone .... che e un giovane formoso, con un mantello
su le spalte, nel resto e tutto gnudo.u Ligorio. Neben Phoebus
steht Luna; ihr Kopf und der rechte Unterarm nebst dem
ihn umhüllenden und in breiter Masse und hohem Relief
herabfallenden Gewandstück sind modern und rühren von
der letzten Ergänzung nach 1809 ner- „Donna in piedi,
mtctila di testa e di braccia. ella e vestita di lunga camicia,
la quäle non lascia vedere altro di nudo ctt una parte della
spalla d. e cadendo giü a pieghe dritte e parallele vien a
perdersi dietro la figura delV Oceano senza far vedere i piedi
della donna. questa camicia e cinta sotto le mammelle d'1 una
triplice fascia, e sopra essa e buttato un pallio di panno
grosso che pende avanti il venire della figura. questa
potrebbe essere la notte.u Zoega. „Aurora . . che porge una
facella d uno delli quattro Diluculi guide dei cavalli (ein
Mißverständniß der von dem ersten Windgott in der 1. Hand
gehaltenen Keule), et essa par che s' accosta a Tytone per
amoroso aspetlo [affetto? Dessau)." Ligorio. Mirabili hatte
die Figur als Isis ergänzt mit einer Lotosblüte über der

Stirn und einem Sistrum in der rechten Hand. „Isis, which
is the symbolical image of nalure, and presides over the Lunar
sphere .... Stands near the sun's figure, as if soliciling him
to hasten his beneficent course.u Visconti. Der zweite Ergänzer
gab der Figur einen Kopf mit schlicht gescheiteltem Haar
ohne Schulterlocken und ließ den rechten Arm über das von

Zoega beschriebene pallio di panno grosso herabgehen. Dies
Gewandstück ist noch heute unter dem modernen von der
r. Hand herabfallenden Mantel erhalten und in seinem unte-
ren Teile auch auf Eichlers Zeichnung dieser Figur, die ich
hier noch einmal in größerem Maßstabe abbilde, zu erkennen,
während es in Winters Photographie zu stark beschattet

die mittelgruppe mit den resten des phaethon.

ist; die Form zeigen am besten die Engravings 332'. Es
liegt ganz dicht auf dem Chiton der Luna auf, deren Unter-
körper in ganz flachem Relief gehalten ist, ein Beweis, daß
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