Robert, Carl   [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard   [Hrsg.]; Robert, Carl   [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,3): Einzelmythen: Niobiden - Triptolemos ungedeutet — Berlin, 1919

Seite: 422
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PHAETHON

Literatur: matz und VON DUHN Antike Bildwerke in Rom
1881 II S. 432 f. Nr. 3318.

Das Fragment Fig. 339 stammt von einer Replik von
337. 338. Man erkennt sehr verstümmelt die beiden nach
1. stürmenden Jochpferde, einen kleinen Rest des Wagen-
randes, darauf den rechten Fuß des stürzenden Phaethon
und r. daneben das rechte Bein des Ceraunus.

Aus dem dritten Jahrhundert.

340) P. Rom, Villa Borghese, an der Seitenwand
des zum Privatgarten führenden Torwegs hoch eingemauert.
Fig. 340. L. 2,50. H. 1,09. Zeichnung von Eichler 1884.

Früher an der Ostfront der 1615 erbauten Villa in der zweiten
Reihe von unten eingemauert. Als 1808 bei dem Scheinverkauf an
Napoleon die Reliefs abgenommen wurden, kam dieses, vermutlich
weil man es als Dublette betrachtete, nicht mit nach Paris, sondern
verblieb in der Villa und wurde zum Schmuck des genannten Tor-
wegs verwandt. Damals müssen auch die 1615 gemachten Ergän-
zungen entweder abgefallen oder absichtlich entfernt worden sein.

Literatur: Manilli Villa Borghese 1850 p. 45; Montelatici
Villa Borghese 1700172; WiNCKELMANN Mon. ant. ined. 1767 II/. 51;
Zoega App. Fol. 479 Nr. 11; Gerhard und Platner Beschreibung
der Stadt Rom III 3, 1842 S. 227; Wieseler Phaethon 1857 S. 15.
S. 29 fr. (s. zu 338); Matz und von Duhn Ant. Bildw. 1881 II S. 431
Nr. 4316; Knaack Quaestiones Phaethonteae p. 74ss.\ DERS. in RO-
schers Myth. Lex. III 2199.

Die Platte Fig. 340 stammt von einer genauen Replik
von 337—339. In der Eckszene Phoebus mit einer Fackel
wie auf 338 und einem Strahlendiadem: „una corona a
raggi larghi, dei quali le punte sono logore fuori di quello
sopra la fronte, questi raggi sono ancora troppo rozzamente
lavorati da poterne fissare il numero. sene contano cinque sul
lato d., ma alcuni sembrano doppi, onde si pub credere che
tutti assieme sarebbero 12" Zoega. Phaethons rechter Unter-
arm geht nach dem Kinn hin, das offenbar von der Hand
gestützt wurde. In der Hauptszene ist die Figur des
Ceraunus bis auf unförmliche Reste zerstört, die seinem
Rücken, seinem rechten Arm und seinem linken Bein an-

zugehören scheinen. Die Ente neben Eridanus ist voll-
ständig erhalten, ebenso der dicke Stock in der R. des
Pädagogen. Vor diesem ist, wie auf 337, der die dritte
Heliade repräsentierende Baum angebracht, der auf 338
fehlt. Die Krebsscheren der Tethys sind noch am Bruch
kenntlich, das Ruder in ihrer R. ist verstümmelt. Von den
Knaben um Tellus sind nur drei erhalten; der erste hinter
ihrem Knie scheint den r. Arm erhoben zu haben, der
zweite hinter ihrer Schulter wird wohl nach 338 zu ergän-
zen sein; der dritte umklammert das Füllhorn, indem er
verlangend nach den Früchten emporblickt. Über diesen
befindet sich unter der 1. Hand des Caelus eine Bruch-
stelle, die vielleicht von dem vierten herrührt. Hesperus
ist ganz verloren: „manca lolalmente, ne evvene altro che un
mal sicuro vesligio.u Zoega; aber die große Lücke verbürgt,
daß die Figur einmal vorhanden war. Vom Phosphorus
ist die Flamme seiner Fackel an der Chlamys des vor ihm
befindlichen Dioscuren erhalten.

Mitte des dritten Jahrhunderts; „cattivissimo." Zoega.

341) F. Benevent, im Hofe des Municipio. Fig. 341.
L. 0,86. H. 1,33. Zeichnung von Eiciiler 1886.

In der Literatur nirgends erwähnt.

Das Fragment Fig. 341 stammt von einer Replik von
337—34° • Links ist ein schmaler Streif mit der Hälfte
der Anatole abgesägt. Das Erhaltene ist etwa das linke
Drittel der Vorderseite. In der Eckszene scheint Phoebus
nach dem Ansatz des Oberarms zu schließen die Fackel
gehalten zu haben, wie auf 338. 340. Die Bruchstelle an
seinem 1. Knie beweist, daß hier die r. Hand des Phae-
thon auflag, s. zu 332. Von den Figuren der Hauptszene
ist Phosphorus beflügelt. Der stabartige Gegenstand im
Reliefgrund unter dem Pferde des Dioscuren ist mir un-
verständlich.

Mitte des dritten Jahrhunderts.

Tafel CXII.

ZWEITE GRUPPE, RECHTS

342) S. Florenz, Uffizien. Fig. 342. Fig. 342 a.
Fig. 342b. Fig. 342c. L. 2,19. H. 0,64. T. 0,74. Rh. d.
Vorders. 0,06, d. Schmals. 0,02, d. Rücks. 0,01. Zeichnung
von Eichler 1882.

Nachweisbar seit der zweiten Hälfte des Quattrocento (escuria-
lensis), zu welcher Zeit er sich in Rom befand und, als Grabmal
verwandt, in der Kirche S. Maria in Araceli rechts vom Hauptportal

i BOTSCHAFT MERCURS.

so aufgestellt war, daß auch die Rückseite sichtbar blieb; Ligorio ZV
luoghi delle sepulture etc. 1550—1553 (herausgegeben von Dessau,
Sitz. d. Berl. Ak. 1883 S. 1094 Nr. 17: „Dentro della chiesa a destra
della porta maggiore di sudetta Santa Maria in Araceli e urC altro
pilo antico, che serve per sepultura de'' moderni. dove dalla facciata da-
vante e intagliata la caduta di Phctonte .... qual fusse la causa che
fusse da quelV antico introdutto nel suo monumento tal fine di Pketonte,
il demostra chiaro P altra parte del pilo voltata incontro del muro,
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