Robert, Carl [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard [Hrsg.]; Robert, Carl [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,3): Einzelmythen: Niobiden - Triptolemos ungedeutet — Berlin, 1919

Seite: 503
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TAFEL CXXXIII. CXXXIV 425

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auf der Brust. Theseus entfernt sich eilig- nach rechts, in-
dem er den Kopf nach Ariadne zurückwendet. In der linken
Hand scheint er statt der Keule einen dünnen Stab zu halten;
die rechte Hand ist erhoben; der Gegenstand unter ihr über
dem Flügel des Amor ist wohl nur stehengelassene Masse,
da der Arbeiter die Hand nicht zu unterschneiden wagte.

In dem Ausschnitt der linken Schmalseite Fig. 425a
(vgl. die Textabbildung) eine Büste des Bacchusknaben
mit einem Blumenkranz im Haar und einer von der linken
Schulter quer über die Brust laufenden Nebris, gewiß rein

linke schmalseite.

dekorativ, ohne Beziehung auf das Verhältnis des Gottes zu
Ariadne.

Auf der rechten Schmalseite Fig. 425b (vgl. die Text-
abbildung) eine komische Maske, deren Geschlecht sich nicht
mit Sicherheit bestimmen läßt. Ist sie männlich, so ist es ein
nicht sehr charakteristisch wiedergegebener ikpcmcuv Tj]spv
(s. Robert Masken der neueren att. Komödie S. 27 Fig. 56),
ist sie weiblich, so ist es die -rcaXXaxY] (ebd. S. 39 Fig. 68).

An der Vorderseite des Deckels Fig. 425 (vgl. die Text-
abbildungen S. 504) bildet den Mittelpunkt ein Palmbaum.
Auf diesen fahren von jeder Seite je zwei Amoren auf Ge-
spannen von wilden Tieren zu; ihnen folgt an jeder Ecke

ein berittener Amor. Auf der linken Seite hat ein Amor
auf einem Löwengespann die Führung; der zweite fährt auf
einem Bärengespann, und während der erste sorgsam auf
seine Löwen acht hat, wendet dieser seinen Kopf nach
dem Amor um, der auf einem Panther hinter ihm herreitet.
Auf der rechten Seite wird der erste Wagen von zwei
Stieren, der zweite von zwei Ebern gezogen. Die Lenker
verhalten sich genau so wie ihre Gegenstücke links. Der
erste kümmert sich nur um sein Gespann, das er mit ge-
schwungener Geißel antreibt, der zweite dreht sich nach
dem Reiter um, dessen Tier eine seltsame Mischbildung

rechte schmalseite.

zeigt; es ist ein Pferd mit den Hörnern und dem Schwänze
eines Ziegenbocks, ließe sich also als iTTuoTpa-foc; bezeichnen.
Über jedem der Gespanne ragt ein Baum empor, über den
Löwen eine Platane, über den Bären (selbst auf der Ori-
ginalphotographie nur mit großer Mühe durch die Lupe zu
erkennen) eine Birke, über den Stieren ein Apfelbaum, über
den Ebern eine Olive. Ebenso sprießen vor und unter den
Tieren Pflanzen hervor, vor den Löwen, Stieren und Ebern
sternförmige Blumen, vor den Bären Ähren. Unter den Ebern
und dem Reiter rechts unbestimmbare Stauden. Das Ge-
wächs unter dem Reiter links läßt sich auf keiner der Photo-
graphien erkennen; nur sein Vorhandensein ist mit Sicher-
heit festzustellen. An jeder Ecke ist eine Meta angebracht.

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