Robert, Carl   [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard   [Hrsg.]; Robert, Carl   [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,3): Einzelmythen: Niobiden - Triptolemos ungedeutet — Berlin, 1919

Seite: 518
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5i8

UNGEDEUTET

Dieses Fragment Fig. 4331 und das folgende Fig. 4332
sind die Reste von Repliken von 216—218, gehörten also
strenggenommen in die Nachträge, sind aber wegen ihrer
Gleichartigkeit mit 433 hier eingereiht worden. Erhalten
sind auf 4331, das von einer genauen Replik von 216

4331

stammt, das Vorderteil des Ebers, Theseus, Meleagros
und Reste des gestürzten Ankaios. Singular ist, daß die
Matratze nicht aus demselben Block wie die Deckel-
figur, sondern demselben wie der Sarkophagkasten gear-
beitet ist.

Auf dem Rundstabe unter der Matratze sind die Buch-
staben

. . ABONTOMI.............ONAS

erhalten, die Cumont zu IXJaßov tb fi[vv}fAa zcu xoü? xt]ova;
ergänzen will. Eine zweite jüngere Inschrift von ganz an-
derem Duktus steht zwischen Meleagros und Theseus; sie
lautet nach den in diesem Falle ganz sicheren Ergänzungen

Cumonts:

M[otpx(ov)]AY

M[apx(ov)] Au-

PH[*i]ON

p7j[Xl]0V

A[vi]KH

Ä[vfjx7)-

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PONOO(«V)l

pov Ö(£)T-

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Der Nachsatz muß zwischen Theseus und dem Jäger an
der rechten Ecke gestanden haben.
Ende des zweiten Jahrhunderts.

4332) F- Athen, Ethnikon Mu seion. Fig. 4332.
L. 0,68. H. 0,51. Nach Photographie.

Gefunden um die Jahre 1861. 1862 in Athen zusammen mit den
Fragmenten II 70. Es galt irrtümlich für einen Teil desselben Sarko-
phags und hat die Schicksale dieser Fragmente geteilt.

Abbildung: Archäologische Zeitung XXXIV 1876 Taf. 7 B.

Literatur: Die ältere siehe bei II 70. Hinzugekommen sind

Kastriotis rAoKTÄ toü Äpx. Mouost'ou 1908 /. 195 nr. 1148; V. Stais
Guide illustre du Musee National cV Athen es 1910 />. 192 nr. 1148.

Das Fragment Fig. 4332 enthält sehr zerstört den Eber,
den Theseus und einen kleinen Rest der Figur von der
rechten Ecke, wie auf 216. Verschieden ist nur der den
Eber von vorne angreifende Jäger; er streckt dem Wild
seinen in die Chlamys gewickelten linken Arm entgegen

4332

und scheint in der erhobenen Rechten eine Keule oder ein
Lagobolon geschwungen zu haben.

4333) Preweza bei Arta Akarnanien, im Hofe des
Konak (AioixijTiljpiov). Fig. 4333 (im Text). L. 2,05. H. 0,47.

Gefunden um 1907 in dem eine Stunde von Prewetzi entfernten
Nikopolis.

Abbildung: 'Ccpi]|j£pU o,.p^aioXoyiy.T) 1911 s. 186 (danach unsere
Abbildung).

Literatur: Fr. Versakis a. a. O. -. 186 xtX.

Das Fragment Fig. 4333 ist der obere Teil der Vorder-
seite eines Sarkophags der zweiten griechischen Klasse
(s. oben S. 170), für die die große Anzahl der Figuren, die
den Reliefgrund fast völlig verdecken, charakteristisch ist.
Am oberen Rande ein Flechtband, darunter ein lesbisches
Kyma. Der Komposition liegt zwar das Schema der ersten
griechischen Klasse zugrunde, doch hat sie auch einige Züge
mit der zweiten römischen Klasse (242—2631) gemeinsam,
vor allem die Figuren der Dioskuren, die hier wie dort
die Mitte einnehmen. Kastor nnroöctfAoc bildet hoch zu
Roß das Zentrum und lenkt vor allem die Blicke des Be-
schauers auf sich; er trägt gegürteten Chiton und flatternde
Chlamys und hielt in der erhobenen Rechten einen Speer,
den er gegen den Eber schleudert; das Mittelstück dieser
Waffe ist auf seiner Brust erhalten. Hinter ihm Polydeu-
kes zu Fuß1), in Exomis und Chlamys, zwei Jagdspeere
in der Linken; der rechte Arm war vorgestreckt. Sein
Gegenstück bildet rechts Atalante, die vor Kastor her-
schreitend den Kopf nach ihm zurückwendet; ihr rechter

') Auch auf 23g. 240 und 255 ist Kastor beritten und Polydeukes zu
Fuß, führt aber sein Pferd am Zügel; oft tun sie das beide, vgl. 234.
244. 246—248. 251. 254.
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