Robert, Carl [Hrsg.]; Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard [Hrsg.]; Robert, Carl [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (3,3): Einzelmythen: Niobiden - Triptolemos ungedeutet — Berlin, 1919

Seite: 541
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TAFEL CXLIV 449—458

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hinter der Frau ist nicht einfach die weggebrochene Ecke,
sondern Rest eines Gegenstandes. Wenn einer Eckfigur,
so müßte diese sehr frei gestanden haben. Vielleicht Lehne
eines Stuhles, wenn die Frau gesessen hat." Auf der lin-
ken Schmalseite Fig. 460 wollten Heydemann und Sybel
Kopf und Flügel einer Nike erkennen. Hierzu bemerkt
Koepp: „Oben scheinen allerdings vier lange Schwungfedern
eines Flügels erhalten zu sein, dessen Spitze dann rechts
gerichtet gewesen wäre. Der Rest darunter aber ist kein
Kopf, sondern die bekleidete Schulter einer wohl nach links
gewendeten Figur, Flügel und Schulter können kaum zu
derselben Figur gehört haben. Unter dem Flügel ist an
der Ecke noch ein Rest der Umrißlinie des Eckgegenstan-
des erhalten."

453' F. Athen, Akropolis-Museum, im 6. Saal an
der Ostwand. Fig. 453. L. 0,25. H. 0,22. Zeichnung von
Fr. Koepp 1885.

Literatur: L. v. Sybel Katalog der Skulpturen zu Athen 1881
S. 392 Nr. 6341.

Das Fragment Fig. 453 rührt von einem griechischen
Sarkophag her. Von dem Ornament des oberen Randes ist
noch ein Rest der Astragalenschnur erhalten. Darunter, nur
noch in den Umrissen, ein nach links gewandter männlicher
Kopf und darüber ein zum Schlag ausholender rechter Arm.
Weiter rechts eine erhobene linke Hand. Der Kopf und
der Arm würden zu dem kalydonischen Jäger mit dem Beil
an der rechten Ecke des Meleagros-Sarkophags 216 oder zu
dem das Lagobolon schwingenden Theseus 216. 433. 4331.
4332- 4333 passen. Aber mit der linken Hand ist dann
nichts anzufangen; denn das Beil kann sie nicht angefaßt
haben, so daß die Figur wohl eher ein Schwert gehalten
haben wird.

454^ F. Athen, 'Eövixov Mouoetov. Fig. 454. Fig 454 a.

L. 0,33. H. 0,42. T. 0,25. Zeichnung von Fr. Koepp 1885.

Früher in der sogenannten Stoa des Hadrian.

Literatur: Heydemann Die antiken Marmor-Bildwerke zu Athen
1874 S. 9 Nr. 38; L. v. Sybel Katalog der Skulpt uren zu Athen 1881
S. 353 Nr. 3490.

Rechte Ecke eines griechischen Sarkophags. Auf der
Vorderseite, Fig. 454, sehr zerstört ein nach links stür-
mender Mann. An der Ecke ein Mädchen in ärmellosem,
die rechte Brust freilassenden Peplos mit hochgegürtetem
Uberschlag. Vielleicht erkennt Heydemann mit Recht in
ihr eine Höre. Doch ist es durch den Faltenwurf ausge-
schlossen, daß sie im Schoß ihres Gewandes Früchte oder
Blumen trug. Um eine Girlande gehalten zu haben, stehen
ihre Hände zu nahe beieinander. Die Reste auf der rech-
ten Schmalseite Fig. 454 a, wo Heydemann den Körper
eines sitzenden Mannes erkennen wollte, sind mir auch in
Koepps Zeichnung völlig unverständlich.

455/ F- Triest, Museo lapidario. Fig. 455. L. 0,28.
H. 0,42. Zeichnung von Eichler 1878.

Das Fragment Fig. 455 scheint von einem griechischen
Sarkophag zu stammen. Erhalten ist der Torso eines nach
rechts gewandten Kriegers mit Schild am Arm und Schwert
an der Seite. Von seinem Helm ist am Nacken der un-
tere Rand noch eben zu erkennen. Über dem Schild flat-
terndes Gewand, das jedoch nicht dem Krieger gehören
kann. Darunter, von dem Schild zum Teil verdeckt, der
Rest eines zweiten Schildes, der einer Figur gehört haben
muß, die gleichfalls nach links gewandt war und den linken
Arm vorstreckte.

456) F. Athen, Edvtxöv Mouoetov. Fig. 456. L. 0,25.
H. 0,45. Zeichnung von Fr. Koepp 1885.

Nach PiTTAKls 1837 im Piraeus gefunden. Anfänglich im so-
genannten Theseion; dann in den Magazinen des 'Edv'ixiv Mouoetov.

Literatur: PlTTAKlS Handschriftlicher Katalog 1845 Nr. 389;
Kekule Die antiken Bildwerke im Theseion zu Athen 1869 S. 130
Nr. 318; L. v. Sybel Katalog der Skulpturen zu Athen 1881 S. 157
Nr. 1573.

Das Fragment Fig. 456 ist die linke untere Ecke einer
Platte. Unten und links ist Rand erkennbar. Erhalten ist
der größte Teil eines langlockigen Jünglings, der auf einem
nicht bestimmbaren Lager in ziemlich aufrechter Haltung
hingesunken ist. Hinter und über dem Kopfe glaubt man
Gewandmasse zu erkennen.

Daß das Fragment von einem Sarkophag stammt, ist
keineswegs sicher. Sybel hat es zweifelnd vermutet, und
deshalb ist es hier eingeordnet worden. Kekule bezeichnet
es ebenso fragweise als Rest eines Grabreliefs. Auch an
einen Fries könnte man denken.

457) F. Triest, Museo lapidario. Fig. 457. L. 0,22.
H. 0,61. Zeichnung von Eichler 1878.

Das Fragment Fig. 457 scheint von einem griechischen
Sarkophag zu stammen. Erhalten ist der Oberkörper eines
nackten Jünglings, der den Kopf in den Nacken zurückwirft
und in der gesenkten Rechten eine Scheibe hält. Wenn
diese Scheibe, was mir jetzt wahrscheinlich vorkommt, ein
Diskus, der Jüngling also ein Palaestrite ist, so hätte das
Fragment nicht hier eingeordnet werden sollen, sondern ge-
hörte in den I. Band. Neben dem Arm sind noch unklare
Reste einer zweiten Figur erhalten.

458) F. Athen, 'Edvixöv Mouoetov. Fig. 458. L. 0,26.
H. 0,40. Zeichnung von Fr. Koepp 1885.

Nach PlTTAKlS 1830 auf Aigina gefunden. Anfänglich im so-
genannten Theseion, später in den Magazinen des 'Eftv.ixdv MouasTov.

Literatur: PlTTAKlS Handschriftlicher Katalog 1845 Nr. 386;
Kekule Die antiken Bildwerke im Theseion zu Athen 1869 S. 129
Nr. 314; L. v. Sybel Katalog der Skulpturen zu Athen 1881 S. 156
Nr. 1548.

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