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Urk. Barth 253

Urkunde

[Heidelberg?], 1614 Januar 20

Der Heidelberger Bürger und Schlosser Georg Vogt und seine Ehefrau Katharina beurkunden, dass sie von den Almosenpflegern (Martin Henneß [?], Hans Wolff Maiß, Hans Simon Stürtzer, Franz Steinacher, Georg Hermann, Jakob Knauer [?], Hans Lang und Georg Eschenbrenner) 100 Gulden Heidelberger Währung, den Gulden zu 26 Albus, erhalten haben. Dafür müssen sie jährlich am Fabians- und Sebastians-Tag (20. Januar) oder innerhalb von einer Woche davor oder danach 5 Gulden Zinsen zahlen. Als Sicherheit setzen sie ihr Haus hinter der Mauer an der Ecke der Vitztumgasse ein, gelegen zwischen dem Haus des Messerschmieds Christoph Karsten und dem des Benders (Fassbinder?) Hans Schneider. Hinten stößt das Anwesen an das Grundstück der Witwe des Herrn D. Mai und vorne an die Almende. Das Anwesen ist bereits mit folgenden Zinslasten belegt: ein ewiger Zins von 1 Gulden 6 Albus 2 Pfennig jährlich am Martinstag (11. November) an das Heiliggeiststift, sowie ablösbar 5 Gulden Jahreszins an Georgi (23. April) für ein Darlehen von 100 Gulden an Salomon, Sohn des verstorbenen Müllers Hans Bender aus Waibstadt, 2½ Gulden Jahreszins am Weihnachtstag für ein Darlehen über 50 Gulden an die Neckerschúl sowie 3 Gulden Jahreszins an Johann Ludwig Meyer, den Amtmann auf dem Dilsberg, für ein auf drei Jahre Laufzeit angelegtes Darlehen über 60 Gulden. Darüber hinaus sind keine weiteren Belastungen bekannt. Sollten aber dennoch andere Zinslasten auftreten, die zum Zeitpunkt der Urkundenausfertigung unbekannt waren, so werden diese durch die Eheleute oder deren Erben ohne Schaden für die Almosenpfleger abgelöst. Jene verpflichten sich, den Besitz in einem guten Zustand zu halten, damit er keine Wertminderung erfahre und stets als ausreichendes Pfand dienen könne. Sollten die Eheleute oder ihre Erben den Zins schuldig bleiben, so treten die Darlehnsgeber in ihre Rechte ein und dürfen das Haus nutzen, bis der fehlende Betrag ausgeglichen ist. Zahlen sie aber den geliehenen Betrag zusammen mit dem (eventuell noch ausstehenden) Jahreszins zurück, was sie ein Viertel Jahr zuvor ankündigen müssen, so erhalten sie das Haus wieder, die Urkunde verliert mit ihren Bestimmungen ihre Gültigkeit und alle Forderungen seitens der Darlehnsgeber sind damit erledigt. Ankündigung des Stadtsiegels, das auf Bitten der Eheleute von den Bürgermeistern Jonas Kistner und Johann Harch angehängt worden ist, ohne dass daraus Forderungen an die Stadt abgeleitet werden können.

Zitierlink: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/barth253   i
URN: urn:nbn:de:bsz:16-diglit-121481   i
Metadaten: METS
IIIF Manifest: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/iiif/barth253/manifest.json

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