Die Bewegung: Zeitung d. dt. Studenten — 11.1943

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Ausgabe Rhein, Südwest

INSELPREIS IS P P

I« / MÜNCHEN, 2 3. JANUAR 1941 / 11. JAHRGANG / FOLGE »

Front Deutschland - Japan!

10 Jahre „Bewegung

dr. h. w. München, 23. Januar 1943
In diesem Monat kann das deutsche Volk
auf eine zehnjährige Epoche seiner Geschichte
zurückblicken, die durch den Nationalsozialis-
mus bestimmt ist. Bis zum 30. Januar 1933 hatte
die nationalsozialistische Bewegung unter der
Führung Adolf Hitlers um die Macht im
Deutschen Reich gekämpft. Sie hatte sich in
einem immerwährenden Aufrufe an die besten
Werte, die im deutschen Volk schlummerten,
und an die besten Männer und Frauen,
die im deutschen Volk trotz allen Nieder-
gangs lebendig waren, gewandt. Die Natio-
nalsozialisten, die seit langem unter Adolf
Hitler kämpften, wußten, daß dieser Mann der
Führer sei und, an der Spitze des Reiches
stehend, der Führer werden würde, der Deutsch-
land ans dem Niedergang zu einem neuen Auf-
stieg herausführte. Der Weg, der in die-
sen 10 Jahren zurückgelegt worden ist, wird
in diesem Monat vom ganzen deutschen Volk
noch einmal überschaut. Es ist der Weg eines
Aufstieges, den niemand für möglich gehalten
hätte. Es ist der Weg einer Aufwärtsentwick-
lung, die sich niemand im deutschen Volk
hätte träumen lassen.

Sprachrohr der deutschen Studenten

Es ist neben diesem großen Ereignis des

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•Jsr nationalsoziali-

daß wir "1. "eI ^r Tagen aucn des \-%hn-

jährigen Besie.1". A "fc Jes Zentralorgans der
Reichsstudentenführung „Die Bewegung"
gedenken können. Wir wollen es aber an dieser
Stelle auch tun, weil „Die Bewegung" in den
zehn Jahren ihres Bestehens sowohl die großen
politischen und weltanschaulichen Ereignisse im
deutschen Volk begleitet hat, als vor allen
Dingen gestaltend in die national-
sozialistische Aufbauarbeit des
deutschen Studententums einge-
griffen hat.

Am 30. Januar 1933 wurde als unmittelbare
Vorläuferin der „Bewegung" die „Deutsche
Studentenzeitung" gegründet, die im
Deutschen Jugendverlag, Berlin, erschien. Am
14. November 1934 übernahm der Zentralver-
lag der NSDAP. Franz Eher Nachfolger diese
„Deutsche Studentenzeitung". Ihr Hauptschrift-
leiter war ab 1. Januar 1935 der Parteigenosse
Hans Hildebrandt, unter dessen verant-
wortlicher Tätigkeit die Zeitung am 27. Juni
1935 in „Die Bewegung" umbenannt wurde. Ein
Namenswechsel, der gerade Ziel und Wollen
der studentischen nationalsozialistischen Gene-
ration klar wiedergab. Ein Namenswechsel, an
dem auch, wie an so vielen anderen Ereignis-
sen in der Geschichte der „Bewegung", der
Zentralverlag der NSDAP, und im besonderen
der Parteigenosse Heinrich Korth vom Verlag
beteiligt waren. Ab 4. Dezember 1935 erschie-
nen nach erfolgtem weiterem Ausbau der „Be-
wegung" zwei Ausgaben. Nachdem Dr. Gustav
Adoif Scheel 1936 im November zum Reichs-
studentenführer ernannt 'wurde, konnte sich
„Die Bewegung" noch klarer und sinnvoller in
die Aufbauarbeit des deutschen Studententums
einschalten. Der von Dr. Scheel berufene Haupt-
schriftleiter wurde am 18. November 1936 der
Parteigenosse Dr. Wilhelm Kaffl, der noch
heute im Zentralverlag der NSDAP, an ver-
antwortlicher Stelle als Hauptschriftleiter tätig
ist und der auch noch heute an der „Bewe-
gung" mitarbeitet. Unter seiner Tätigkeit wurde
„Die Bewegung" weiter ausgebaut. Im Juni
1938 erschienen zu der Reichsausgabe sechs
gaumäßig bestimmte Beilagen, die ab 1. Ja-
nuar 1941 von sechs auf zehn erweitert wur-
den. Als Dr. Wilhelm Kaffl auf eine andere
wichtige Tätigkeit als Journalist, der er mit
Leib und Seele ist, gestellt wurde, berief
Reichsstudentenführer Dr. Scheel den jetzigen
Hauptschriftleiter im März 1939.

Dies ist in kurzen Zügen ein Bild von der Ent-
wicklung unseres Zentralorgans. Das ganze deut-
sche Studententum aber hat immer an ihr mit-
gearbeitet. Ihm gehören daher am heutigen
Tage auch unsere Grüße. Sie gelten weiterhin
allen unermüdlichen Mitarbeitern und allen
verantwortlichen Mitgestaltern, die wir nicht
alle namentlich aufzählen können. Unsere be-
sonderen Grüße gelten dem langjährigen
Schriftleiter „Der Bewegung", dem national-
sozialistischen Kulturpolitiker Parteigenossen
Hannes Krämer, dem Parteigenossen Dr. Karl
R a u, der jetzt im Felde steht, und dem für
Führer und Volk gefallenen unvergeßlichen
Kameraden Dr. Karl Maria Fink.

Wie die Soldaten Japans und Deutschlands stehen auch die Studenten beider Länder
nebeneinander. In der geistigen Weit repräsentieren sie das Bündnis zweier junger
Völker, die ihre alten Kulturen in die Form der revolutionären Gegenwart zu bringen

bemüht sind. (Aufn.: Hugo Friedrich Engel).

Aufruf an die deutschen Studenten

zur Mitarbeit in der Sparte „Seegeltung" des studentischen Kriegsleistungs-
kampfes, beginnend im Wintersemester 1942/43

Die Reichsstudentenführung und das Deutsche Seegeltungswerk — als die vom Füh-
rer mit der Vertiefung des Seegedankens im deutschen Volke beauftragte Zentralstelle
— rufen im Wintersemester 1942/43 im Rahmen des Kriegsleistungskampfes die deut-
schen Studenten auf, entsprechend der großen Aufgabe, die dem Reiche gestellt ist,
Probleme der Seegeltung" zu bearbeiten.

Gerade der deutsche Student, der schon in kurzer Zeit in den verschiedensten Stellen
entscheidende Aufgaben für die Gestaltung des Reiches übernehmen muß, wird diese
zu lösen nur imstande sein, wenn er sich die Erkenntnis zu eigen gemacht hat,adaft
die Geltung des Deutschtums auf den Meeren und Ozeanen nicht Sache des einzelnen
sein kann, sondern daß vielmehr die Gestaltung und Durchführung der Seegeltung eine
der hervorragendsten Aufgaben der Reichsgestaltung selbst sein wird. Die Erkenntnis
aller Probleme der Seegeltung aber ist die Voraussetzung zum Verständnis und zur
Durchführung dieser Aufgabe.

Die zur Bearbeitung vorgesehenen Themen sind von der Reichsstudentenführung und
dem Deutschen Seegeltungswerk festgelegt und sollen, zusammengefaßt in der Sparte
„Seegeltung" im studentischen Kriegsleistungskampf, beginnend mit dem Winter-
semester 1942 auf 43, bearbeitet werden.

. Das Deutsche Seegeltungswerk hat im Einvernehmen mit der Reichsstudentenführung
für die beste Arbeit einen Preis von RM. 2000.— ausgesetzt, der zu gleichen Teilen an
die Mitarbeiter einer Arbeitsgruppe der ausgezeichneten Arbeit verteilt werden soll.

■ R Alrhc«tiidant»n#iikrap " VmI

RelcliMtudentanftJhrer
Gauleiter und Reichttatthaltor

Konteradmiral
Präsident des Deutschen Seegeltungtwerkei

Bushido -
Soldatengeist von

Von Shin Sakuma

Eines der eindrucksvollsten Referate wäh-
rend der Deutsch-Japanischen Akademiker-
tagung in St. Christoph war das des Ge-
sandten Sakuma, der in das Wesen des
Bushido, des ritterlich-soldatischen • Erzie-
hungsideals desjapanischen Samurais und der
japanischen Wehrmacht tührte. Nachstehend
bringen wir Auszüge:

Wenn wir Bushido, wörtlich den „W e g
des Ritters", deuten wollen, können wir
keine bessere Einleitung finden, als daß wir
die Erinnerung an den Flottenchef Admiral
L ü t j e n s wachrufen. Nach siegreichem Kampf
mit dem Feinde, in welchem es ihm gelang, das
englische Schlachtschiff „Hood", eines der
größten Schlachtschiffe der Welt, zu vernich-
ten, wurde sein Schiff, die „Bismarck", durch
einen zufälligen und unglücklichen Torpedo-
treffer manövrierunfähig gemacht und schließ-
lich durch weit überlegene See- und Luftstreit-
kräfte des Feindes zum Sinken gebracht, Ahr
gesichts des heldenhaften Seemannstodes,, der
nun ihm und der tapferen Besatzung drohte,
sandte er folgendes Funktelegramm an den
Oberbefehlshaber der Kriegsmarine: „Schiff
manövrierunfähig. Wir kämpfen bis zur letzten
Grariaie. Es lebe des? Führer!".-- un4 n~- d» l*
Führer: „Im Glauben an Sie, mein Führer, und
im felsenfesten Vertrauen auf den Sieg Deutsch-
lands kämpfen wir bis zum letzten!"

Diese Haltung des deutschen Admjrals wird
von uns Japanern ganz und gar als eine völlige
Ubereinstimmung mit dem angesehen, was wir
den Bushidogeist nennen. Admiral Lüt-
jens hat bis zum letzten, seine Pflicht erfüllt,
und noch im Tode fsich zur Treue zu seinem
Führer und zum Glauben an das Ewige Deutsch-
land bekannt. Sein Beispiel ist eine treffende
Parallele zu dem, was man oft Berichten aus
Tokio entnehmen kann, in denen erzählt wird,
daß einfache japanische Soldaten, von den
Kugeln und Granaten der Feinde getroffen, ihr
Leben auehauchten, aber noch im Augenblick
des Sterbens den Ruf ausstießen: „Tennö Heika
Banzail" (Es lebe Seine Majestät der Kaiser!)

Die Tugend des Samurai

Bushido heißt der Weg oder die Tugend des
Bushi oder Samurai, auf deutsch: des Ritters.
Bushido hat sich aus d&m urjapanischen Volks-
geist entwickelt und wird so genannt, weil er,
besonders seit unserem Mittelalter, unter den
Kriegern seine glänzendsten Vertreter . ge-
funden hat.

Der urjapanische Geist oder die urjapanische
Ethik war sehr klar, natürlich und einfach.
Man nennt ihn den genau so wie in der
Götterzeit unverändert bleiben-
den Weg. Wenn man zuerst in kristallklarem
Wasser badet und den Körper reinigt und so-
dann sein Gewissen prüft, und dieses daoei
gleichfalls rein und sauber, findet, dann ist der
Zustand des Geistes moralisch gut zu nennen.
So dachte man seit der Götterzeit in Japaji.
Zu dem Inhalt dieser Ethik oder Tugend hat
man keine weiteren komplizierten Erklärungen
gemacht; man dachte bei dem Wort „Tugend"
an Treue zum Tennö, an Kindespietät, an
Heldenmut usw. Und es ist sehr begreiflich,
daß. die Treue zum Tennö schon damals die
allergrößte Tugend war, da der Götterltult,
der auf dem Ahnenkult beruhte, die eigentliche
Religion der Japaner war; auch ist verständ-
lich, daß dem Tennö als direktem Nachkom-
men der Sonnengöttin, d. Ii als dem Ober-
haupt der Grundstammfamilie des ganzen japa-
nischen Volkes, vom Volke die allerhöchste
Verehrung dargebracht wurde. Die Krieger-
sippen Ötomo und Mononobe usw., welche
unter dem direkten Befehl des Tennö standen
und die kaiserliche Garde bildeten, waren
natürlich die strengsten Vertreter dieser ur-
japanischen Tugend, da im ganzen Volk selbst-
verständlich in erster Linie die Soldaten der
straffsten Disziplin unterstellt waren. Dies war
der Keim des Bushido.

Seit der Einführung der Tugendlehre
des Konfuzius in Japan, im Jahre 285
n. d. Zw., war der Inhalt der japanischen. Ethik
sehr reich geworden. Die ethische Beziehung
der Untertanen zum Tennö, der Kinder zu den
Eltern usw., wurde theoretisch sehr eingehend
erklärt, und eine große Zahl von sittlichen

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