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Die Bewegung: Zeitung d. dt. Studenten — 11.1943

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REICHSSTUDENTENFÜHRUNG / MÜNCHEN« EN

1943 / 11. JAHRGANG / FOLGE 13

Hamburg

Die Studenten Hamburgs haben in den Stun-
den der britischen Terrorangriffe in den Reihen
des Selbstschutzes der Bevölkerung sich tapfer
geschlagen. Vielfach ist es ihnen dabei möglich
gewesen, auch ihre studentischen Kenntnisse
und ihr studentisches Wissen wirksam zu ver-
werden, sei es, daß sie als Mediziner meh-
rere Tage und Nächte hindurch ununterbrochen
den Verwundeten erste Hilfe zukommen ließen,
als Ingenieure teilweise im geschlossenen Ein-
satz studentischer Gruppen technisch ange-
packt haben, oder auf andere Weise ihren
Platz in der Abwehr ausfüllten.

Eine Reihe von Kameraden des Hamburger
Studententums, die in Durchführung ihrer Ein-
satzaufträge in diesen schweren Tagen ihrer
Stadt ihr Leben gaben, sind das ernste und blei-
bende Denkmal für die Leistung des Hambur-
ger Studententums in diesen schicksalhaften
Augenblicken.

Dort, wo in jenen Nächten die Gefahr am
größten und die Not am dringendsten war, ha-
ben Hamburger Studenten ihre Pflicht getan.
Es war nicht so, daß man sie hätte zu rufen
brauchen. Sie haben gleich vorne gestanden:
Wie jener Student, der in schwerster Bedräng-
nis unter Einsatz seines Lebens anderen Volks-
genossen Hab und Gut aus den Flammen trug,
der seinen Namen nicht nennen wollte, als man
ihn danach fragte und von dem man nur wußte,
daß er Student sei.

Als unter den ersten Salven der Flakbatterien
jene Julinächte ihren Anfang nahmen, stand
das Gros der Hamburger Studentenschaft in
seinen Formationen zum Einsatz bereit. Wäh-
rend am Himmel und auf der Erde die Hölle
tobte, und die Menschen in den Kellern mit
angehaltenem Atem hinaushorchten in das
Chaos, das über ihnen wütete, gingen die Män-
der der allgemeinen Studenteneinsatzgruppen
amd die Sludcmle« der liiueuiemschulu. die in
den Reihen eines NSKK.-Hochsctiulsiurmes
und der Technischen Nothilfe formiert waren,
an die Ausübung ihrer Einsatzbefehle. Gewiß
— es war für diese Männer eine Selbstverständ-
lichkeit, dort zu stehen, wo es am härtesten
herging — aber was es hieß, in diese Nächte
hinauszugehen,' kann nur der ermessen, der sie
erlebt hat.

Die Eindämmung der Gefahr in all ihren Aus-
maßen galt in dieser Stunde als höchstes Ge-
bot. Die neue Formierung ermöglichte es, die
Studenten planmäßig dort einzusetzen, wo ihre
Hilfe erforderlich war. Und es gab kaum ein
Planquadrat innerhalb des weiten Stadtgebietes,
von wo nicht ein Ruf nach ärztlicher Hilfe,
nach Beistand und Entlastung aufgekommen
wäre. 600 Medizinstudenten, von denen ein
guter Teil über den Ausbildungsstand der kli-
nischen Semester verfügte, fanden überall einen
Platz, wo sie Unschätzbares leisten konnten.
Während der Angriff über der Stadt wütete,
rückten sie auf ihren Posten. Sie kämpften sich
durch die brennende Nacht zu ihren Einsatz-
stellen. Sie gingen auf die Straßen der am
schwersten getroffenen Stadtteile, standen
irgendwo als Hilfsärzte, packten mit an, die
Nacht hindurch, am folgenden Tage und wieder
eine Nacht und einen neuen Tag, ein, zwei

Wochen lang, bis der Ansturm des Feindes
verebbt und das Gröbste getan war. Dann
kehrten sie in ihr Zuhause zurück, das oft
nicht mehr war als ein schwelender Trümmer-
haufen. Aber das eigene Erleben, der jähe
Schritt aus dem Hörsaal und der Anatomie hin-
ein in die blutige Praxis war in ihnen stäTker
als jeder eigene Verlust.

Als nach den Angriffsnächten die Sonne hin-
ter einem schwarzen Schleier emporstieg und
in den ersten Morgenstunden kaum hindurch-
scheinen wollte zu der wunden Stadt, forder-
ten die Aufgaben der ärztlichen, sanitären und
hygienischen Betreuung der zahlreichen Ob-
dachlosen erneut den Einsatz unserer Studen-
ten. Die Krankensammelpunkle, die an den
Straßen der Stadt errichtet worden waren, die
Sammellager, in denen der erste Strom der
Evakuierten aufgefangen wurde, die Kreis-
krankenhäuser und die als Aushilfskrankenhäu-
ser aufgeschlagenen Feldlazarette wurden mit
Medizinstudenten besetzt, die auch hier vor-
bildliche Leistungen vollbrachten. Es liegen
hierüber Schreiben von höchsten Stellen der.
Partei und des Staates vor, Schreiben der An-
erkennung und des Dankes für den Einsatz
unserer Studenten. Eindringlicher aber sollen
jene Kameraden von dem Maße ihrer Pflicht-
erfüllung zeugen, die aus diesem Einsatz nicht
zurückkehrten oder die schwere Verletzungen
erlitten.

Nicht minder entschlossen war der Einsatz
der übrigen Hamburger Studenten, die teil-
weise in den Reihen des NSKK. und der Tech-
nischen Nothilfe Hervorragendes geleistet
haben. Man konnte sie hinstellen wo man
wollte — sie haben sich mit vorbildlicher Um-
sich und Tapferkeit als Studenten geschlagen.

Der Brite bewies bei seinen Angriffen auf,
Hamburg erneut, daß die Objekte seines Ziel-
£jerät>iä w.e?i.gtr, ay.f ,v tl.iylJ:';-"' "':! . Ab-
lagen als vielmehr auf solche Objekte geeicTt
sind, deren Vernichtung nach seinem Ermes-
sen dazu beiträgt, Angst, Schrecken und Ver-
wirrung unter die Zivilbevölkerung zu tragen
und das Reich wertvoller Kulturstätten zu
berauben. So wurden auch manche unserer
Hamburger Hoch- und Fachschulen von der
Terrorwelle erfaßt. Wenn es den feindlichen
Piloten nicht gelungen ist, hier ihre gewissen-
losen Pläne vollends in die Tat umzusetzen, so
ist das mit das Verdienst der Studenten und
Studentinnen, die in selbstlosem Einsatz den
Kampf mit den Flammen aufgenommen haben.

Unzählig sind die Beispiele des Einsatzwil-
lens, mit dem unsere Hamburger Studenten sich
in jenen Nächten geschlagen haben. Mögen
die Namen ihrer Toten sprechen für alle, die,
bekannt oder unbekannt, irgendwo tapfer und
bescheiden ihre Pflicht getan haben.

Hamburger Studenten haben in diesen schick-
salsvollen Tagen im Buch der deutschen Stu-
dentengeschichte ein Blatt in Ehren geschrie-
ben. Die Stunde der Gefahr hat sie voll auf
ihrem Platz gefunden. Gemeinsam mit allen
Abwehrkräften des Selbstschutzes der Bevöl-
kerung haben sie als Studenten so gekämpft,
wie es ihnen ihr Glaube an den Führer befahl.

Skorzeny kommt aus unseren Reihen

Der Befreier des Duce, }f-Sturmbannführer
Otto Skorzeny ist seit mehreren Jahren
Altherrenschaftsführer in Wien und war zuvor
mit verschiedenen anderen studentischen Füh-
rungsaufgaben betraut.

Während seines Studiums ist Skorzeny als
Führer studentischer Einheiten tätig gewesen
und hat diese Linie dann durch die Übernahme
der Leitung der Altherrenschaft „Sennhofer"
in Wien fortgesetzt. Nachdem er 1930 zur na-
tionalsozialistischen Bewegung gestoßen war,
kämpfte er, wie viele andere Studentenführer,
in den Reihen der ff mit besonderen Aufträ-
gen für den Sieg der nationalsozialistischen
Idee und wirkte gleichzeitig leitend im politi-
schen Ringen des Studententum. Besonders das
Studentenfreikorps sah ihn führend in seinen
Reihen tätig.

Bei Kriegsausbruch tat . Skorzeny .zunächst
als Reserveoffiziersanwärter bei der Luftwaffe
Dienst, um im Jahre 1940 als Freiwilliger zur
Waffen-ff zu gehen. In der ff-Division „Das
Reich" nahm er, zuletzt als Obersturmführer,
an den Feldzügen im Westen, auf dem Balkan
und gegen die Sowjetunion teil. Später wurde
er als ^-Hauptsturmführer in den Sicherheits-
dienst der ff übernommen. Seine Führungs-
arbeit im NS.-Altherrenbund der Deutschen
Studenten setzte er auch während des Krieges
fort und behielt die Leitung der Altherren-
schaft „Sennhofer" bei.

So wurzelt ff -Sturmbannführer Ritterkreuz-
träger Skorzeny in seinem ganzen Werden

im nationalsozialistischen Studententum. Der
Reichsstudentenführer, ff-Gruppenführer Dr.
Scheel, hat ihm zum Gelingen seiner histo-
rischen Tat der Befreiung des Duce die herz-
lichsten Glückwünsche des Studenten- und Alt-
herrentums Großdeutschlands übermittelt und
zum Ausdruck gebracht, welche Freude uns
über die gelungene Tat erfüllt. Der Gaustu-
dentenführer von Wien, ff-Hauptsturmführer
Dr. G e r l i c h, hat die Glückwünsche der Wie-
ner Studentenschaft und der Altherrenschaften
Wiens an ihren Kameraden Skorzeny tele-
graphisch mitgeteilt.

Was die Tat Skorzenys zu bedeuten hat,
wird die geschichtliche Wirkung erweisen, die
von ihr ausgeht. Es steht heute schon fest, daß
hier einer der seltenen Fälle vorliegt, in denen
es. einem einzelnen Mann vergönnt ist, un-
mittelbar und sichtbar persönlich in die Spei-
chen des Rades der Geschichte einzugreifen
und eine erfolgreiche Entwicklung im Völker-
leben durch eine einzige, kühne Tat auszu-
lösen.

Skorzeny ist in seinem ganzen Wesen und
Schaffen ein lebendiges .Zeugnis für Deutsch-
lands bestes Studententum, das die politische
Arbeit während des Studiums als eine Selbst-
verständlichkeit ansieht. Mögen alle deutschen
Studenten an seinem Beispiel erneut ersehen,
wie bestes deutsches Studententum den politi-
schen Kampf und das fachliche Studium zu
einer einzigen großen Leistung für den Führer
vereint.

KARL FRIEDRICH FRIESEN

Als 26jähriger deutscher Student hat Friesen den Kampfruf „DEUTSCHLAND ERWACHE!"
18II geschaffen, der über Dietrich Eckart in die nationalsozialistische Bewegung einging und
das Losungswort der Bewegung des Führers geworden ist.

JiirirTririiiiiiiiiiriiiiMiiiiiFitiiitiiiiitfiitiiriMiiiiMiiiiiiiitiiMMitiiiiiiiiiiririffiiiitiifiiitiiifiriiiiiiittififiriiiiiiiiiiiiiiriiiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiirMiiick.......

Der neue Innenminister des Reiches

Alles,-was uns Studenten bei der Nachricht
von der Ernennung des Reichsführers ff zum
Reichsminister des Innern bewegte, liegt in
einem einzigen Bild beschlossen, das eine
große Stunde deutscher Studentengeschichte
festgehalten hat: Es ist eine Aufnahme, die bei
der Anwesenheit des Führers auf der Prager
Burg in den welthistorischen Märzstunden des
Jahres 1939 gemacht wurde. Im Hofe der ehr-
würdigen Kaiserfeste: schreitet der Bauherr un-
seres Reiches die' Front der nationalsozialisti-
schen Studenten Prags ab,, die im offenen Vier-
eck vor ihm,angetreten, sind, und dankt vielen
von ihnen durch. Händedruck für die vorbild-
liche Erfüllung , wichtiger Aufgaben in der
Nacht des vorangegangenen Tages. Unmittel- .
bar hinter dem Führer geht der Reichführer ff : '
Noch die Spuren harter Stunden im Gesicht
und doch überall, wo' auch' er einen unserer
Kameraden anspricht, mit jener inneren Freude
im Auge, die :nur -ein Herz auszustrahlen .ver-
mag, das Härte" verbindet mit echter Güte. Hin-
ter diesen Gruppen ' aber ragen auf unserer
Aufnahme die wuchtigen Burgmauern empor
. und künden von einer Zeit, da der germanische
Staat deutscher Nation sein Werden begann,
das in unseren Tagen seine Vollendung erfährt.

Wie auf diesem Bilde, so steht uns deutschen ,
Studenten der Reichsführer ff immer vor
Augen als ein Mann, der nicht nur durch den
Inhalt seines politischen Auftrages sich unmit-
telbar beim Führer befindet, sondern auch in
seinem Wesen und Handeln die Treue zu
Deutschland und zum Führer als innere Le-
bensmacht verkörpert. Die Aufgabe des Schut-
zes des , Führers, zu deren Durchführung in frü-
heren Jahren des nationalsozialistischen Kamp-
fes die Schutzstaffel der NSDAP, gegründet
wurde, hat in ihrem Gestalter auch ihr leben- ■
diges Sinnbild gefunden. Für alle, die ihren .
Blick auf ihn lenken, ist diese unwandelbare

Treue zum Reich und zu des Reiches .Führer
der Wesenszug, der das Bild seiner Persönlich-
keit, bestimmt.. . .,,'"".']

Alles, was wir vom Reichführer ff wissen,
wissen wir durch sein Werk. Einzelheiten sei-
nes persönlichen Weges sind nur wenig be-
kannt. Wer ein Bild von ihm skizzieren rwill,
muß es aus der Leistung ablesen. .

Wer so das Werk des Reichsführers über-
schaut, wird auch bald den zweiten großen
Wesenszug des Mannes finden, der es schuf:
Es ist. die Konsequenz, mit der die .größten
Gesetze des Nationalsozialismus' auf die per-
sönliche Lebensführung angewendet werden.

Lange vor . der Machtübernahme erließ - er
den bekannten Heiratsbefehl für die Manner
seiner Gliederung. Vom Gegner bespöttelt,, ist
diese Maßnahme zu einem wichtigen Kristal-
lisationspunkt der Umsetzung unseres -revolu-
tionären Gedankengutes in die unmittelbare.
Daseinswirklichkeit des einzelnen Deutschen
geworden.

Daß sich unsere Weltanschauung in der per-
sönlichen Lebensführung auswirken soll, ist
das beharrlich verfolgte Ziel des Reichsfü.h-
rers. Wenn er es zu einem bedeutenden Teil
unter seiner Gefolgschaft verwirklichen konnte,
so war das nur möglich, weil sein Wollen
Spiegel seines Charakters ist und aus der
Stärke des eigenen Beispiels zwingende Kraft
erhält. Wo der Reichsführer ff am Steuer steht,
werden die Konsequenzen, die sich aus unse-
rem nationalsozialistischen Bekenntnis für Hal-
tung und Leistung des deutschen Menschen
ergeben, eindeutig gezogen. Im Zeichen seines
neuen Auftrages werden sich daraus auf die
Dauer' vielfache Auswirkungen entwickeln.
Das deutsche Studententum wird auf diesem
Wege in klarer und leidenschaftlicher Ent-
schlossenheit mitmarschieren und damit n'ir
seine eigene beste Tradition fortsetzen. Es
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