Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite Seitenansicht vergrößern   Aktuelle Seite drucken     Schrift verkleinern Schrift vergrößern Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden Linke Spalte breiter/einblenden Anzeige im DFG-Viewer
Persistente URL:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bopp1827/0377
Zusätze und Berichtigungen. 353

Wenn dem aber so wäre, so müfste es sehr auffallen, dafs die alten Grammatiker dies nicht
gemerkt, sondern nur vor Zisch- und Hauchlauten und Halbvocalen eine Trübung des
Nasals wahrgenommen und den Gebrauch des Anuswära vorgeschrieben hätten. Dafs m
und nicht das getrübte n oder Anuswära der Charakter der ersten Person sei, sieht man
aus den Tempor. die auf das Personalzeichen noch ein I folgen lassen; daher fit, so wie auch
aus dem Zusammenhange mit den obliquen Casus des isolirten Pronomens, die sämmtlich ij
als Stamm -Consonanten haben (das 15^ von 3^ hingegen ist Endung wie bei fer). Das Lateinische
, mit seinen Formen wie amabani, amarem, amem, fructum u. s. w. unterstützt
ebenfalls das m als Personalcharakter und Accusativzeichen. Das Griechische, obwohl auf
einer älteren, höheren grammatischen Stufe als das Lateinische, steht tiefer als dieses inBezug
auf Bewahrung der Urlaute und Verwahrung gegen Verweichlichung der Aussprache.
So wie es, im Gegensatz zum Sanskrit und Lateinischen, ein schliefsendes t nicht ertragen
kann, und daher den Charakter der dritten Person aufgibt, wo er am Ende stehen sollte,
eben so hat es auch ein schliefsendes m nicht ertragen können, sondern dasselbe in n umgewandelt
. Im Bengalischen hat das Anuswära einen selbstständigeren Charakter angenommen
als im Sanskrit, und kann nicht wie hier für ein stellvertretendes Zeichen eines schliefsenden
JT und seiner euphonischen Veränderungen angesehen werden; es wird vielmehr immer
wie ng ausgesprochen und ist nach Haughton (S. 7.) ein sehr starker Nasal. Für ff
mufs, im Bengalischen, am Ende nothwendig ^geschrieben werden, z.B. grfhsTPT ich that,
nicht grff^TT. Das sanskritische schliefsende ijjst aber, an Wörtern, die sich im Bengalischen
erhalten haben, immer in Anuswära mit der Aussprache ng übergegangen, z.B. OST
ieang so. Das Präfix gelautet song und selbst rörfö und HtTFT^werden nach Forsters
Wörterbuch songproti und songmän ausgesprochen, doch kann auch mulri und STUTR- geschrieben
und gesprochen werden. Für sich allein aber könnte # nur song ausgesprochen
werden. Die Theorie des Sanskritischen Anuswära ganz nach einer entarteten modernen
Sprache Indiens zu bestimmen, scheint mir eben so unpassend, als wenn man die Aussprache
des lateinischen n aus den Leseregeln einer französischen Grammatik kennen lernen
wollte. In den Fällen aber, wo nach Regel 16, 69 und 70 der Gebrauch des Anuswära
nothwendig und nicht blos für den Abschreiber bequem ist, dürfte es vielleicht die Aussprache
des Bengalischen gehabt haben, so dafs BTST, ^T, f^, 5? JTsTFf vangsa, hangsa,
singha, kang rädschänam auszusprechen wären.*)
Zu R. 33. Wenn in der Folge durch irgend ein grammatisches Gesetz Guna vorgeschrieben wird,
so ist dies, wo nicht ausdrücklich gröfsere Ausdehnung bemerkt ist, immer so zu verstehen,

*) Dafs das Bengalische zur Verwirrung oder Verkennung der Theorie des Anuswära Aniafs gegeben
habe, leidet keinen Zweifel, da von Bengalen aus die Kenntnifs des Sanskrit sich über Europa verbreitet
hat.

[45]


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite Seitenansicht vergrößern   Aktuelle Seite drucken     Schrift verkleinern Schrift vergrößern Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden Linke Spalte breiter/einblenden Anzeige im DFG-Viewer
Persistente URL:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bopp1827/0377