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Deutscher Wille: des Kunstwarts — 29,3.1916

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Was die Kirche sein könnte

as ewig Licht gehet da herein, gibt der Welt ein neuen Schein."
^Wenn alles Licht um uns verflammt und verschwelt ist und ein trost-»
loses Dunkel über einer zu Schanden gewordenen Welt liegt, dann
hebt mitten darin sür manches Auge ein neues, seltsames Glänzen an.
Das ist nicht wie von den Sternen am Himmel oder wie ein Licht, das
irgendwo hinter einem Fenster angezündet wird, es ist in unserm Sehen
selbst, es umspielt mit unsern Blicken die Dinge. Plötzlich ist ein Schauen
und Leuchten in unsern Menschenaugen, aus den Tiesen des Herzens tastet
Strahl um Strahl und bricht in die Welt hervor. Wo wir erst nur zerfetzte
und blutige Krieger sahn, erkennen wir nun unsre Brüder, die nach Liebe
dürsten. Die häßliche, jammernde Alte — wir sehn die mühevolle Liebe
in den Runzeln ihres verbitterten Gesichtes. Die Schutthausen eines
zerstörten Dorses — die Steine rufen uns zu: baut freundliche Wohnstätten
aus uns, daß wir Menschen Heimatwärme geben können! Ein verendendes
Pserd am Wege — auch in seinem Auge erkennen wir: es war einer
der armen „Brüder in Wald und Feld". Eine von elektrischem Licht durch--
flutete Großstadtstraße voll Drängens und Lärmens — wieviel Liebe schul--
den wir den armen Seelen! Fahle Gesichter hinter Zuchthausmauern —
kranke Herzen, die durch nns gesund werden wollen! Was erst Greuel und

N Aprilheft ^9te (XXlX, ^s)
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