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Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 19.1906-1907

Seite: 186
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PROFESSOR A. MESSEL—BERLIN. DAS LANDES-MUSEUM IN DARMSTADT,

DAS LANDES-MUSEUM IN DARMSTADT.

ERBAUT VON PROFESSOR ALFRED MESSEL.

Die Eröffnung des Darmstädter Museums
lenkt die Blicke wieder auf den
schönen Neubau Messels, der sich, äußerlich
schon seit einigen Jahren fertiggestellt, an
dem stattlichsten Platz der Stadt in der
Nachbarschaft des Schlosses und des Theaters
erhebt. Diese Lage und die nahestehenden
monumentalen Gebäude haben auf die äußere
Erscheinung des Baues in mancherlei Weise
eingewirkt, vor allem zu dem das architek-
tonische Gleichgewicht herstellenden Turm-
bau und zu der Hauptgliederung der Bau-
teile geführt. So hat Messel ein Bauwerk
geschaffen, das sich aufs beste in das halb
bürgerliche, halb feudale Gesamtbild des
Platzes eingliedert und jedem der Nachbarn
seine Bedeutung und seine Reize läßt,
während es doch unverkennbar die Sprache
seines Schöpfers, des meisterlichen Ver-
werters überkommenen Besitzes redet.
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Ebenso stark wie die Rücksichten auf
die Umgebung haben die Bedürfnisse des
Inneren für das Zustandekommen des äußeren
Bildes mitgewirkt; die Räume, in die nun-
mehr die Sammlungen aus den recht unzu-
länglichen Sälen des Schlosses übertragen
wurden, sind in der Grundriß-Anordnung
ungewöhnlich zweckmäßig verlegt, die für
ein Museum so überaus wichtige Aufgabe,
Übersichtlichkeit und Bequemlichkeit mit
Schönheit und Feierlichkeit zu verbinden,
ist mit einem wunderbaren rhythmischen
Gefühl und einer maßvollen Beherrschung
gelöst, wie sie vielleicht nur bei den besten
italienischen Meistern zu finden ist. Tritt
man durch den monumentalen Haupteingang
in die große Mittelhalle, so sieht man gleich
links und rechts die Eingänge zu den beiden
Vorderräumen, dem Waffen- und dem Kunst-
gewerbe-Saal. Von der Mitte der beiden
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