Hinweis: Ihre bisherige Sitzung ist abgelaufen. Sie arbeiten in einer neuen Sitzung weiter.

Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 19.1906-1907

Seite: 384
DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1906_1907/0289
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
Bücherzeichen und Tierbilder von Willi Geiger.

Der starke literarische Einschlag,
der in Willi Geigers Griffel-
kunst zu Tage tritt, befähigt ihn
in besonderer Weise für jene
liebenswürdigen zeichnerischen
Epigramme, die sich als Buch-
zeichen neuerdingseinerso großen
Beliebtheit erfreuen. Es kommt
hier vor allem auf illustrative
Begabung an, auf die Fähigkeit,
einem Gedanken, einer ernst-
haften oder humoristischen Be-
ziehung auf Person oder Beruf
des Bucheigentümers eine knappe,
überzeugende Bildlichkeit zu
geben. Alle diese Eigenschaften
besitzt Geiger in reichem Maße.

Zeichnung für einen Briefkopf
von Willi Geiger.

Seine Erfindung ist schlagfertig
und mutwillig und gleich seiner
Vortragsweise dem alten deut-
schen Holzschnitte verwandt.
Dafür legt auch der bärbeißige,
groteske Humor Zeugnis ab, der
sich überall in seinen Ex libris
bemerkbar macht. Zu den krau-
sen Linien seiner Zeichnung
paßt vortrefflich die steifgereckte,
eckige Schrift, deren lattengerade
Grundstriche von bizarren Ver-
ästelungen durchflochten werden.
Willi Geigers Zeichnung redet
in jeder Hinsicht Fraktur, drum
ist es billig, daß seine Schrift
die Eigentümlichkeiten der Frak-
loading ...