Dümichen, Johannes [Hrsg.]
Die Flotte einer aegyptischen Koenigin aus dem XVII. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und altaegyptisches Militair im festlichen Aufzuge auf einem Monumente aus derselben Zeit abgebildet: nebst einem Anhange enthaltend ... als ein Beitrag zur Geschichte der Schifffahrt und des Handels im Alterthume — Leipzig, 1868

Seite: 16b
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die, wie allgemein bekannt, unter Leitung des Herrn Mariette-Bey stehen, und sie sind, um mich der eigenen Worte
des genannten Gelehrten zu bedienen, „legitimement" kopirt worden von mir „en vertu du droit que donne ä tout le
monde le gouvernement egyptien d'etudier les monuments qui, par ses soins, sont ■ rendus au jour." Weitaus die
grosse Hälfte der Inschriften aber hat nichts mit jenen Ausgrabungen zu thun, sie gehören entweder solchen Mo-
numenten an, die bereits lange vor dem Eintritt des Herrn Marictte-Bey in Aegypten freilagen, oder solchen, die ich
selbst erst mir zugänglich gemacht, sei es nun, dass einige Araber unter herzzerreissenden Gesängen mit Taurie und
Maktaf mich dabei unterstützten, oder dass meine eigenen zehn Finger den Director der Ausgrabungen machten. —
Im gewöhnlichen Gange der Erscheinungen beeinflussen und bestimmen die uns umgebenden Verhältnisse mehr oder
weniger unsere Handlungen und Handlungsfähigkeit, bald in erfreulicher Weise uns fördernd, bald hindernd uns in
den Weg tretend, mehr oder weniger sind sie fast immer des Individui Meister. Das grosse Wort „Der Mensch
kann Alles, was er will" habe ich in Begeisterung, wo es ein schwieriges Unternehmen galt, zwar oftmals mir
zugerufen, hat aber leider nur zu oft sich nicht bewahrheitet. So werden denn auch die geringen Mittel, die mir zu
Gebote standen, die äusserst bescheidenen Verhältnisse, unter denen ich Aegypten und Nubien durchzogen, der Um-
stand, dass ich von den Ufern des blauen und Aveissen Niles bis zu dem Hafen von Bulaq ganz allein die Reise ge-
macht, ohne eine andere Unterstützung dabei, als die meiner beiden arabischen Diener, mich mit Nachsicht beurtheilen
lassen, wenn die von mir erreichten Erfolge hinter denen meiner Vorgänger auf diesem Gebiete mehrfach zurückbleiben."
Es kann mir keineswegs in den Sinn kommen, die von mir erzielten Resultate etwa denen einer grossen Ex-
pedition gleichstellen zu wollen, jedenfalls aber glaube auch ich im Hinblick auf meine Arbeiten getrost sagen zu
dürfen: „]STous avons la conscience d'avoir rempli fidelement, et dans la mesure de nos forces, la mission qui nous
etait confiee, et nous esperons que la science y pourra longtemps puiser d'utiles renseignements.

JOHANNES DUEMICHEN.
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