Fliegende Blätter — 49.1868 (Nr. 1199-1224)

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Die kaiserliche Ehest! ftc rin.

(Schluß.)

2 Bcsteflnngen werden in alle» Bnch-imd Kunst-
Handlungen, sowie von ollen Postämtern und
Zeitnngsexpeditionen angenvininen.

mTro.-i Erscheinen wöchentlich. Siibscriptionspreis XI.IX. 6d.

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als blitze aus den schwarzen, matten Augen ein Feuer, wel-
ches die gesenkten Wimpern nicht ganz verbergen konnten.

„Die Kaiserin!" ging es jetzt durch die Reihen der
Spaziergänger, Jeder drängte sich herbei, um sie zu sehen,
um einen Blick der Gunst zu erhaschen. Und da kam sie
selbst die breite Allee herabgeschritten, schön und stattlich in
ihrer Lieblingstracht, im blauseidenen Leibchen mit Perlcn-
behänge, im silberstoffenen, weitgespannten Reifrock, das hoch-
gepnfftc, gepuderte Haar mit Diainantsternen besteckt, Perlen
um Hals und Arme und einen großen Elfenbeinfächer mit
zierlicher Malerei in den mit sckiwarzseidcnen Filethandschuhen
bekleideten Händen haltend. Neben ihr schritt anmuthig und
graeiös trotz seiner Neigung zum Wohlbeleibten, Franz Stephan
in Jagdnniforin, einen Hut mit weißen Federn auf dem Kopf,
Handschuhe von weichem, gelben Leder mit Silberstickerei und
Spitzenmanchetten an den Händen und die Knopfe seines
Jagdsrackes von Diamanten blitzend. Das kaiserliche Eltern-
Paar umgaben Miniaturausgaben derselben, gesetzten Schrittes
dem Spaziergänge folgend, junge Erzherzoge »ndErzherzoginnen.

Die Kaiserin grüßte gnädig nach rechts und links, weniger
gnädig jedoch alle Diejenigen, welche sich heute in der Laxen-
bnrger Uniform zeigten; denn hatte sic auch dem kaiserlichen
Gemahl nicht gezürnt, den Thcilnehmern an der morgendli-
chen Distraktion ihres Herrn war sie weniger hold gestimmt.

„Nun, meine liebe Starhemberg," redete sie die Gräfin
Leopoldine an, hat Sie sich von der Strapaze der Prozession
erholt?" —

„Ew. Majestät," antwortete die Gräfin, „wie dürfte ich
von einer Strapaze reden, wo cs den Dienst Gottes gilt,
in welchem Ew. Majestät Allen so sehr voranleuchten."

„Nun, daß es heiß war, haben Wir deßwegen doch obser-

Gcscnktcn Auges nahm sie all' die Grüße und Huldig-
ungen hin, die ihr zu Theil wurden und zmvcilcn schien es,
Objekt
Titel: Fliegende Blätter
Detail/Element: "Die kaiserliche Ehestifterin"
Künstler/Urheber: Watter, Joseph 
Inv.Nr./Signatur: G 5442-2 Folio RES
Aufbewahrungsort: Universitätsbibliothek Heidelberg 
Schlagwort: Allee 
Bitte <Motiv> 
Spaziergang <Motiv> 
Erzherzog 
Erzherzogin 
Reifrock 
Kaiserin <Motiv> 
Gespräch <Motiv> 
Gräfin 
Karikatur 
Satirische Zeitschrift 
Marie Therese <Österreich, Kaiserin> 
Statue <Motiv> 
Herstellungsort: München 
Bildnachweis: Fliegende Blätter, 49.1868, Nr. 1200, S. 9
Aufnahme/Reproduktion
HeidICON-Pool: UB Fliegende Blätter 
Copyright: Universitätsbibliothek Heidelberg Die Nutzung dieses Werkes ist gemäß den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz CC-BY-SA erlaubt (Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen).
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