Hinweis: Ihre bisherige Sitzung ist abgelaufen. Sie arbeiten in einer neuen Sitzung weiter.

Furtwängler, Adolf   [Hrsg.]
Aegina: Das Heiligtum der Aphaia (Text) — München, 1906

Seite: 370
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/furtwaengler1906/0396
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
DIE ÜBRIGEN WEIHGESCHENKE

SIEBENTER ABSCHNITT
DIE ÜBRIGEN WEIHGESCHENKE

Die Ostterrasse mit ihrer tiefen Aufschüttung war der ergiebigste Teil der
Grabung. Eine bestimmte Schichtenlagerung zu konstatieren war unmöglich. Der Schutt
von mehr als einem halben Jahrtausend war hier bei der Neugestaltung des Heiligtums
im Anfang des fünften Jahrhunderts durcheinandergewühlt worden. Wenn im Folgenden
nichts anderes erwähnt wird, ist der Fundort immer die Ostterrasse.

I. TERRAKOTTEN

Unter den Weihgeschenken aus Ton beziehen sich die weitaus meisten auf die
Göttin selbst und ihre Verehrung: in allen Serien kehrt das Bild einer stehenden oder
thronenden Frauengestalt wieder. Zahlreich sind auch Tierfiguren, besonders in den älteren
Epochen; in den jüngeren meist zu Gefässen umgestaltet, die Parfüms enthalten haben
mögen, ein Weihgeschenk der Frauen, die Aphaia damit ehrten. Ausser diesen beiden
grossen Gruppen kommen nur vereinzelt andere Stücke vor.

Von der mykenischen Zeit an sind alle Jahrhunderte bis zum Ausgang der
archaischen Periode mit den meisten ihrer Typen vertreten. Dann hört auf einmal alles
auf. Freien Stils sind nur verschwindend wenig Stücke da.

Am interessantesten sind vielleicht jene primitiven handgemachten Fundstücke,
die als lokale Arbeit teilweise noch neben dem zahlreichen, höherstehenden mykenischen
Import hergehen. Von diesem sind das wertvollste die Bruchstücke grösserer Idole.
Der Import überwiegt dann auch stark in den archaischen Jahrhunderten, besonders der
Import aus lonien. Viel geringer ist der aus dem näheren Peloponnes, weniger selten
sind attische Stücke. Sonst ist nur Cypern mit einigen ganz vereinzelten Fragmenten
vertreten. Vgl. Sitzuugsber. d. Bayer. Akad. igoi, S. jS6 f.

MYKENISCHES

Wohl die sämtlichen mykenischen Stücke dürfen als Import gelten. Von den Idolen
der bekannten kleinen Sorte sind alle Varianten vertreten. Interessant sind die Fragmente
grösserer Figuren, welche teilweise zu Typen zu gehören scheinen, die bisher nur aus Kreta
bekannt waren, und welche die noch primitive Technik gut zeigen: getrenntes Herstellen
loading ...