Genelli, Hans Christian  
Das Theater zu Athen: hinsichtlich auf Architectur, Scenerie und Darstellungskunst ueberhaupt erläutert — Berlin und Leipzig, 1818

Seite: 158
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lachdem wir nunmehr von den Bestandtheüen^.sa'^te&lesIinliiuiiserenvKfraffi^ stand,
uns deutliche Begriffe zu schaffen bemüht gewesen, bleibt noch übrig, zu versuchen, ob
wir nun daraus eine anschauliche Vorstellung von dem Gesammten dieser dramatischen
Spiele gewinnen mögen. Wir wählen hierzu die Orestia, als die einzige auf uns gekom-
mene Trilogie: nicht allein weil -Überhaupt,"wie wlr"gfeiehr Anfangs bekannt haben, uns
die Trilogie als der höchste Gipfel der attischen Tragödie erscheint, sondern auch weil
insbesondere sie in ihrem ganzen Umfange und in den mancherlei Beziehungen zwischen
ihren Theilen uns ein weiteres Feld eröffnet, die Art der theatralen Darstellungen in
ihrem Zusammenhang zu verfolgen. Wenn wir hier auch nicht alle Mittel in Anwen-
dung gebracht finden, die jener Bühne zu Gebot standen, so lernen wir dagegen wol
den Geist ihrer Darstellungs - Art im Ganzen vollständiger erkennen: welches für uns
unstreitig das Wichtigere ist. Zudem gestehen wir gern, dafs wir überhaupt den Äschj-
los für denjenigen unter den attischen Tragikern halten, aus dessen Werken uns am
klaresten. die durchgehende Hinsicht auf den musikalen Vortrag in Anlage und Behand-
lung hervor leuchtet; und ob wir nun zwar, nicht nur bei ihm selber *), sondern auch
beim Euripides einzele Stücke finden, die diese musikale Anlage in höherem Grade of-

I) Die Sieben gegen Tbebe; die Hiketides, und die Perser: das leste nicht ohne besondere Be-
deutung und Absicht, da es einzeln stehen sollte.
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