Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst   [Hrsg.]
Die Graphischen Künste — 1.1879

Seite: 37
DOI Artikel: 10.11588/diglit.3552.4
Zitierlink: i
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ADRIAAN VAN OSTADE

ALS ZEICHNER UND MALER.

'S^>IE neueste Publication der Gefellfchaft für vervielfältigende Kunft, das in
Farbenholzschnitt tresssich nachgebildete „Kegelwerfen" von Adriaan
van Oflade, gibt uns Anlass, diesem Künstler, welcher nach seiner Kunst-
weise, nach dem Umsange und nach dem Gegenstande seiner Arbeiten als
einer der vielseitigfsten, hervorraoendsten und charakteristischesten Meister
der holländischen Malerei sich darstellt, in seiner Eigenschaft als Zeich-
ner und Aquarellmaler eine besondere Betrachtung zu widmen. Adriaan
van Oflade, welchen die neuere Forschung' uns Deutschen aus dem Kreise
unserer nationalen Künstler unwiederbringlich entrissen hat, ist nicht in
dem Sinne vielseitig zu nennen, wie etwa ein Rubens oder ein Rembrandt,
die kein Gebiet der Malerei unbetreten liessen, oder gar wie die grossen
italienischen Künstler des Quattrocento, ein Michelangelo oder ein
Lionardo da Vinci, welche gleichzeitig die verschiedensten Zweige der bildenden Kunst mit derselben
Meisterschaft ausübten und die zum Theile soo-ar ;n einzelnen Wissenschaften auf der Höhe oder an

1 Durch Dr. A. van der Willigen ist sestgestellt worden, dass Oslade kein Deutscher, kein Lübecker von Geburt ist, sondern ein
holländisch Kind, so echt und voll, wie er in seinen Werken erscheint. Der genannte Autor hat seine Quellenstudicn schon in dem
1866 zu Haarlem eri'chiencnen Werke „Haarlemer Kunstenaars" niedergelegt; allein erst die 1870 in französischer Übersetzung erschienene,
nunmehr 2. Auslage „Les artistes de Harlem" hat die allgemeine Ausmerksamkeit auf die werthvollen Forschungen des genannten Autors
gelenkt.
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