Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst   [Hrsg.]
Die Graphischen Künste — 36.1913

Seite: 73
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/gk1913/0088
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Facsimile
3j

-■'„,

1 1

&S Äff

,

Eduard v. Duczyriski. Zeichnung

EDUARD v. DUCZVNSKI.

In seinem Entwurf zu einem Aufsatz über den Dilettantismus nimmt Goethe von diesem aus-
drücklich aus »geborne Künstler, durch Umstände gehindert, sich auszubilden«. Eine solche
»seltene Erscheinung« war unzweifelhaft der Mann, dessen in keiner Kunstgeschichte zu findender
Name über diesen Zeilen steht.

Für Duczyriski war das Zeichnen und Malen etwas Selbstverständliches und ein Müssen,
von dem er zwar kein Wesen machte, ohne das er aber auch nicht sein konnte. Daß er kein
großes, fertiges Werk hinterlassen hat, daran war vielleicht ein bißchen sein Ehrgeiz schuld, der
sich zu hohe Ziele steckte, ganz gewiß und vor allem aber sein Entwicklungsgang, der ihn einem
Beruf zuführte, den er liebte, in dem er Vorzügliches leistete und der sein kurzes Leben so voll-
ständig ausfüllte, daß ihm zur Kunst nur wenig Zeit blieb.

Von Duczynskis Beruf und Werdegang muß daher früher die Rede sein als von seinen
künstlerischen Bestrebungen. Duczyriski war Soldat. Hat Deutschland im XIX. Jahrhundert in
Fritz Uhde einen führenden Meister aufzuweisen, der aus dem Soldatenstand hervorgegangen ist,
so gibt es während des vergangenen Jahrhunderts auch in Österreich nicht wenige und tüchtige
Maler, die den Pinsel gegen das Schwert eingetauscht haben. Es seien nur Pettenkofen, Thoren,
Huber, Hörmann und Payer genannt. Ihnen reiht sich nicht unwürdig Eduard V. Duczyriski an.
loading ...