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Preisendanz, Karl  
Papyri graecae magicae (Band 2): unter Mitarb. von A. Abt ... — 1931

Seite: 188
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1 cm
facsimile
188

LX

Ρ LX1)

Zwei kleine Papyri der Muse'es Boy. du Oinquantenaire, öolleetion de la Fon-
dation egyptologique Reine Elisabeth: Das größere Stück, 6391, bestand ursprüng-
lich aus einem Papyrusfetzen, auf den 5 kleinere Fragmente geklebt waren. Ver-
mutlich, hat der Verkäufer sie nach Gutdünken aufgesetzt. Von Marcel Hom-
bert-Briissel sind sie wieder abgelöst. Inv. Ε 6390, 6391. Hauptstück: 8 X 10 cm.

Ovale Linie um 7 Zaubercharaktere. Über__________^

der Ovalen 2 Z. ZW: οβφυυχονμπουο | /-f^f 9^N
]αΪ€ροηνιονο. Links unten Buchstaben wie: ^ jT° ι^ΥΛ^,^-^ίτ0
ιβοφα|ικον. Frg. 1: ζμο\ | ]oυpη(od. ι) [. ° ο v?.·"'■ <....-J

Frg. 2: υ (od. X) e[ | ]αμ. . 3: φ (od. ρ) t ^ff I

4: αρ (and. Schrift). Wahrscheinlich Phylak- , %Jj{ V * dt> f J,

terion; vielleicht war Ρ 6390 als Siegel >' ι k^tv^ '■-.· i'^--''
zugehörig: in trapezförmiger Umrahmung " "~ '

(3,6 X 5 cm) ein Φ, wobl φ(υλακτήριον). Koptisch beeinflußte Schrift, 6. Jh. Her-
kunft unbekannt. Besprochen und abgebildet von Pr. Chronique d'Egypte 6, 1931,
137—140.

1) Nicht mehr konnten aufgenommen werden die Magica (15 Stück) der Gen. Li-
brary von Ann Arbor, Un. of Michigan, auf die Campbell Bonner, Class. Philol. 25,
1930, 181 f. hinweist. Ausgabe der Michigan-Collection ist noch nicht erschienen. Aus
zwei Frg. (Inv. 7 und 1463) gab Bonner kurze Auszüge (S. 181), Phylakterien sind wohl
Inv. nr. 193 (Α*ών, Θεός ό Ίάω, κύριος παντοκράτωρ) und nr. 4005, kleines christliches
Stück (briefl. Mitteil. Bonners). Ein beiderseits beschriebenes Blatt nr. 4077, von dem
ich durch C. Bonners Freundlichkeit Photographien besitze, enthält offenbar Krypto-
graphie, wenn nicht ähnliche Silbenkomplexe vorliegen wie in Ρ L1II—LVI (s. S. 184).

Auch ein von Η. I. Bell und A. D. Nock bearbeiteter demotisch-gr. ZP konnte
hier nicht verwertet werden, da die Edition noch aussteht, und das gleiche gilt für das
'große' koptisch-griech. Exemplar aus dem Fayüm, das C. Wessely besitzt und Patrol.
Orient. 4, 1908, 191 f. mit Abschrift der ersten acht Zeiten erwähnt (christlich). Während
des Drucks der letzten Bogen teilte mir H. Gerstinger Lesungen eines Blattes der Nat.
Bibl. Wien mit, das aus einer der öfters begegnenden magischen Rezeptsammlungen
mit volkstümlichen Mitteln (nächtliches Ausplaudern der Frau; für und gegen Konzep-
tion) stammt, und stellte weitere Abschriften aus ZPapyri byzantinischer Zeit zur Ver-
fügung. Auch diese Stücke, die H. Gerstinger in einem neuen Band der 'Mitteilungen aus
der Papyrussammlung Erzherzog Eainer' mitteilen wird, können erst im letzten Heft der
GZP Aufnahme finden.

Dahin sind auch die recht umfänglichen Frgm. zweier noch unedierter Berliner
Papyri (Staatl. Museen) zu verweisen: Ρ 11520 verso mit 53 Z. (2 Kol.) und Ρ 11734, über
140 Z. (4 Kol.). Beide Stücke (3. Jh. n. Chr.), von W. Schubart in erster Lesung auf-
genommen, von mir eingesehen, dürften sich als magisch erweisen, verlangen aber noch
gründliche Bearbeitung (s. APF 8,126.1).

Mit andern Papyri, die schon als magisch bezeichnet wurden, wollte ich diesen
Band nicht belasten, weil sie als Magica doch nicht erwiesen schienen. So Ρ. Ox. 5, 840,
das Bruchstück einer Streitrede (Jesus gegen Tempelleute; s. L. Blau, Ztschr. f. neutest.
Wiss. 9, 1908, 204—15). Oder P. Lond. CXX, 3 (6. od 7. Jh.), Bitte um gute Nilüber-
schwemmung mit Anrufung des Stroms durch den Priester von Pelusium (εημααα iepewc
τών ΤΤ(η)>λουαυυν) und angehängtem Credo^und Ps. 132; s. H. J. M. Milne. Catal. of the
lit. Papyri 1927 nr. 239: 'non doubt amuletf.i. Auch P. Lond. 113 (15 c), den Milne (nr. 198)
als 'magical text or Somance' anspricht, und Hausmittel wie P. Lond. 2558v (Milne nr. 171)
oder Lond. CXLVII a, b (s. zu Ρ XI b) kamen als nur mittelbare Dokumente für Zauber
nicht unbedingt in Betracht. ρ

So auch nicht der christliche, noch recht ungeklärte P. Jenensis 1; s. H. Lietzmann,
Ztschr. f. wiss. Theol. 50 (N. F. 15, 1908), 149—151. NicW : μ,,-.'

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