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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 54
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Amen.« Der cardinal sprach auch über das kind alle die segen, die von der kristenlichen kirchen auf-
gesetzt sein. O wie mit grosser andacht ist got der almechtig geert, gelobt, angerueft und das kind getauft
worden! Selig sein die, denen von got gegeben wird sein götlich genad!

<foi.io2a) Wie der alt weiß kunig seinem jungen sun edelknaben zugab mit ime kurzweil
5 zu treiben.

m anfang, als das kind anhueb zu reden, da ließ der alt weiß kunig in seinem kunigreich
vil edler knaben bestellen, von art und natur die allergeschickisten, und thet dieselben
edlknaben zu seinem jungen sun, in die sprach zu lernen und mit im kurzweil nach der
kinder gewonheit zu treiben. In kurzer zeit lernet der jung sun die sprach und fieng
an alle kurzweilige kindliche spil mit den edl knaben zu treiben, die man nun er-
denken mocht, und hielt sich under den edl knaben gar senftmuetig und frolichen
und was albegen für die andern edl knaben geschickt, auch mit allen frolichen, kurzweiligen und (fol. 102 b)
eerlichen spilen newfundig; er het auch an ime die kuniglich tugend und aigenschaft, das er von den edl
knaben nit gern het, gegen ain ander Unwillen zu tragen, sonder nach seinem willen muessten sy albegen
15 in ainigkait beleiben und kain pöse parthey machen. Und alle kurzweilige und fröliche spil, die er mit den
edln knaben mit frewden anfieng, die hielt er albegen mit sonder schicklichayt und mit lustiger frewd,
und gab denselben frolichen spilen zu allen Zeiten mit frewdn ain end. Daraus zu derselben zeit seiner
jugend gar wol zu bewegen gewest ist, das er in seinem alter in seiner regirung seiner kunigreich, land,
leut und underthanen in guetem frid haben und wol regiren wurde, das er dann in seinem alter und in
20 seiner regirung thet. Dann alspald er anhueb zu regiren, da hielt er seine kunigreich (fol. 103 a) und land ganz
in guetem frid und ließ darein kain schedlichen einzug besehenen; er het auch seine underthanen in sonder-
hait lieb, bewiß und erzaiget inen gar miltiglichen vil genad, und alle krieg und widerwärtigkait, die vor
seiner regirung in seinen erblichen kunigreichen und landen waren, die stellet er alle ab mit seiner streit-
pern hand und senftmuetiger regirung.

(foi. 104a) Wie der alt weyß kunig seinem sun sonder hochgelert maister zugab,

ine zu lernen.

iewol der sun vast jung und noch in seiner kindhait was, so nam er doch in kurzer
zeit an gueten tugend und syten dermassen so ser auf, das er alle ander der fursten und
herrn kinder ubertraf; des sich dann jedermann seiner jugent halben verwundern was,
30 £?Ä ^/^^ unc' c'er a^ we'ß kunig erfrewt sich sölichs, als dann wol zu gedenken ist. Er, als der
vater, beweget auch die gotlich forcht und nam für sich die drew gesatzt in den zehen
gepoten, die got der almechtig Moises gegeben hat, das erst: glaub an ainen got; das
ander: hab vater und mueter in eren, das drit: thue deinen nächsten als dir selbs. (fol. 104b) Das betrachtet
der alt weiß kunig mit grossem vleyss, das er seinen sun die heilig schrift lernen wolt lassen aus den drey
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