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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 77
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Wie der jung weyß kunig lernet die gepew mit dem stainwerch. (foi.i39a)

ls der jung weiß kunig manigerlay kunst und hantwerch lernet und sich darinnen er-
kundiget, da ward ime lieben, die gepew von stainwerch zu lernen, und understund sich
des mit allem vleiss und nam für sich die recht maisterlich kunst des zirks, der grunt-
vest und anders darzu gehörig mit seinen anhengen, und erkundiget und erlernet sich 5
gar aigentlichen darynnen. Nun redet zu ainer zeit ain werkmaister mit ime von den
gepewen des stainwerchs, den jungen kunig weiter zu lernen, dardurch bey ime genad
zu erlangen. Aber der jung kunig het von disen gepewen genugsam (fol. i39t>)lich gelernet; doch so fraget
er den werchmaister, wie vil hawptgepew mit dem stainwerch weren? Das wolt ime der werchmaister nit
sagen, sonder er sprach zu dem kunig, sölichs wisset er selbs wol, ine damit zu erfragen, ob er den grund 10
gelernt het. Darauf gab ime der jung kunig antwurt, es sei mit dem stainwerch drew hawptgepew: das
erst zu dem lust, das ander zu der notturft, das drit zu der sterk. Da verstund der werchmaister wol, das
er den grund der pawerey mit dem stainwerch gelernt und begriffen het. Derselb jung weiß kunig hat in
seinen jaren in seinen kunigreichen und landn vil lustige, auch vil starke hewser, slosser und gepew
nach seinem angeben machen (lassen), und in sonderhait hat er alle werchmaister und pawmaister über- lS
troffen mit den kriegsgepewen, (fol. 140a) mit dem stainwerch von thurn, pasteyen und stark gemeur, die
er gegen seinen veinden pawen hat lassen.

Wie der jung weiß kunig lernet die gepew mit zimerwerch. (foi. 141a)

ls nun der jung weiß kunig den grund der gepew mit dem stainwerch gelernt het, be-
dacht er selbs, ime wurde auch nutz sein, das er desgleichen die gepew mit dem zymern 20
lernet, und understund sich und erlernet alle gepew und werk von holz, das ime
dann in seiner regirung zu grossen nutz kam, wann er fueret groß und treffenlich krieg
wider seine veind, und nachdem er den grund der holzgepew wisset, tbet er seinen
veinden grossen zwang mit den täbern und pasteyen, die er seinen veindn in ir land
machn ließ, dann er was damit kunstlich und newfundig und ime mocht darynnen nyemands geleihn. 25
Und (fol. 141b) nachdem er vilmalen grosse heerzug gethan, hat er vil seltsamer prucken erdacht, die er
machen hat lassen in kurzen tagen über die wasser, damit er mit seinem volk allenthalben über die wasser
kumcn ist. Von dem holzkriegsgepewen, die diser kunig newfindig erdacht und gegen seinen veindn ge-
praucht und ime albeg zu grossem nutz kumen sein, were gar vil zu schreiben.
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