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Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>  ; Schultz, Alwin   [Hrsg.]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien>   [Hrsg.]; Treitzsaurwein, Marx [Bearb.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Seite: 114
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(foi. 196 a) Wie ain mechtiger kunig, genant der kunig vom fewreyßen, ain ainige tochter

het und dem alten weyßen kunig widerwertig was.

un was nit verr von des alten weißn kunigs kunigreich ain edler kunig, genannt der
kunig vom fewreysen, an vil landen und leuten grosmechtig; er ward auch gehayssen
herzog Karel von Burgundy. Derselb kunig was auch ain grosser kriegsman und was so
mechtig, das er auf ain zeit den mechtigen kunig von Frankreih nach seinem willen be-
krieget und demselben kunig die lehenschaft des grosmechtigen lands, genannt Flander,
abtrang und frey machet; er het auch zu dem starken land, das genannt (fbl. 196b) wird
Gelder, gerechtigkait; dasselb land bezwang und erobert er auch mit dem swert; er vertrib auch den
10 herzog aus Lutringen. Derselb kunig von dem fewreysn het kain kind dann ain ainige tochter und
höret gar vil von dem jungen weissen kunig, von seiner schicklichait, lob, ruem und tewrlichait sagen, das
er ain grosse lieb und naigung zu ime gewänne, dann er was ain tewrer held und trueg dardurch ain
sonder haimlich groß gefallen ab des jungen weisen kunigs schicklichait und ruem; doch so het derselb
kunig vom fewreysen ainen haimlichn neid zu dem alten weisen kunig, der des jungn weisen kunigs
15 vater was, aus der ursach, dann derselb kunig nam ime für, er were wol des alten weisen kunigs geleich,
und understund sich dem alten weisn kunig (fbl. 197a) in seinem kunigreich ain parthey zu machen, dar-
durch er vermainet in der weit für alle ander kunig mit kriegen ainen ruem zu erlangen.

(foi. i98a) Wie der alt weyß kunig und der kunig vom fewreyßen zusamenkamen ains

heirats halben mit irn kindern.

achdem und sich der kunig vom fewreysen understund dem alten weisen kunig in
seinem kunigreich ain parthey zu machen, wie vor anzaigt ist, und alspald der alt weiß
kunig solich furnemen vernam, da versamlt er zustundan ainen treffenlichen rat, in
maynung, dem kunig vom fewreysen sein furnemen zu prechen. In sölich sach legten
sich etlich furstn und ander treffenlich personen, und ward durch sy zwischen den
25 ts^^s*^-*-s^»r&i baiden kunigen sovil gehandlt, das dieselben zwen kunig in ainer grossen stat zusamen
(foi. 198b) kamen; dieselb stat hieß Tryer und gehört dem alten weisen kunig zu. Und mit disen baiden
kunigen ward dermassen gehandlt: nemlichen der alt weiß kunig solt dem kunig vom fewreysen geholfen
haben, das derselb kunig an ainem andern ort ruem und preyß erlangt het, dann der jetzbemelt kunig vom
fewreysen was an gelt und guet vast reich und darzu streitper, und dise baide kunig solten auch darauf
30 ir kind zusamen verheirat haben, dann der alt weiß kunig het ainen ainigen sun, den jungn weisn kunig, so
het der kunig vom fewreysn ain ainige tochter mit namen Marya. Aber es waren etlich personen, die
solichen hairat nit gern Sachen, und alspald sy dise sach vernomen, da prauchten sy haimlichen gross
untrew und valschait zwischen disen zwayen kunigen, dardurch (foi. 199a) sy die kunig mit vil valscher
haimlicher subtilitet darzu prachten und bewegten, das dieselben baid kunig in Unwillen von ainander
35 abschiden und zu derselben zeit zwischen inen nichts weiters gehandlt ward.
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